Abenteuer Basteibrücke – Geniale Wanderung durch die Sächsische Schweiz

von Arne

Die Sächsische Schweiz liegt im deutschen Gebiet des Elbsandsteingebirges, während der Teil in Tschechien als Böhmische Schweiz bezeichnet wird. Wie der Name schon verrät handelt es sich um ein vorwiegend aus Sandstein geprägtes Mittelgebirge. Die Landschaft wird geformt von steil aufragenden Felsen und tief eingeschnittenen Tälern. Mächtige Tafelberge und einzelne Vulkankegel ragen aus den grünen Wäldern empor. Diese Felsformationen entlang der Elbe bieten Besuchern ein spektakuläres Naturschauspiel. Daher sind auch Wandern, Klettern und Mountainbiking beliebte Aktivitäten im Nationalpark. Weltberühmt ist die Basteibrücke, die jährlich 1,5 Millionen Besucher anlockt und der meistbesuchte Aussichtspunkt innerhalb aller deutschen Nationalparks ist.

Diese Sehenswürdigkeit in Sachsen möchte ich dir nicht vorenthalten. Daher stelle ich dir in diesem Blog-Beitrag eine großartige Wanderung zur Bastei in der Sächsischen Schweiz vor. Die Wanderung führt von Burg Hohnstein über die riesige Gautschgrotte und mehreren großartigen Aussichtspunkten bis zur Bastei. Anschließend verläuft der Weg weiter über die mystischen Schwedenlöcher und den Amselgrund ins idyllische Örtchen Rathewalde. Ein Bus bringt dich zurück nach Hohnstein. Die Route und einzelne Highlights habe ich auf der Karte markiert. Weitere Informationen zum Nationalpark findest du auf meiner Seite zur Sächsischen Schweiz. Schön, dass du auf meinen Reiseblog gestoßen bist. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen meines Reiseberichts.

  • Länge
    13,5 km
  • Höhenmeter
    ↑ 729 m ↓ 713 m
  • Schwierigkeit
    Mittelschwer
  • Start
    Burg Hohnstein
  • Wege
    Gut begehbar, viele Treppen, steiler Abstieg
  • Besonderheiten
    Rundwanderung, enthält Busfahrt

Wie du in die Sächsische Schweiz kommst

Anreise mit dem Auto

Die einfachste Möglichkeit nach Hohnstein, der Ausgangspunkt der Wanderung, zu reisen ist mit dem Auto. Aus Dresden kommend führt ab Pirna die S165 direkt nach Hohnstein. Auf dieser Strecke kommst du auch an der Abfahrt zur Bastei vorbei. Die Fahrt von Dresden nach Hohnstein dauert etwas 45 Minuten. Wir haben damals in der Burg Hohnstein übernachtet. Aber dazu später mehr.

Mit dem Zug in die Sächsische Schweiz

Der Ort Hohnstein ist auch mit Bus und Bahn zu erreichen. Dafür fährst du mit dem Zug nach Pirna und steigst anschließend in den Bus 236 oder 237 nach Sebnitz. Dieser stoppt an der Haltestelle Hohnstein, Markt. Fahrpläne und Tickets findest du auf der Seite vom Verkehrsbund oder Deutsche Bahn* Mein Tipp: Nutze das Sachsen-Ticket*

Vom Märchenschloss Hohnstein zur verwunschenen Gautschgrotte.

Unsere Wanderung in der Sächsischen Schweiz startet morgens an der Burg Hohnstein. Die blaue Stunde hat gerade begonnen, aber die Luft ist eisig. Während wir über den kleinen Marktplatz laufen ist es noch still im Ort und wir begegnen niemandem. Wir folgen dem Wanderweg Bärengarten, der uns schnell in einen Wald unterhalb der Burg führt. Nach ungefähr 200 Metern halten wir uns links auf die grün markierte Route. Hier beginnt ein Naturlehrpfad. Wir lassen die Burg langsam hinter uns. Der Felsen, auf dem sie thront, ist viel höher als wir dachten. Einige Zeit später erreichen wir eine Abzweigung, die zur Gautschgrotte führen soll. Wir sind neugierig und folgen dem nassen rutschigen Pfad ins Ungewisse. Am Ende des Weges blicken wir plötzlich auf eine riesige Grotte, die durch überhängende Felswände gebildet wird. An der Oberkante tropft Wasser in die Tiefe, welches sich am Boden sammelt. Die Pflanzen gedeihen hier besonders gut, sodass die Umgebung in saftigem grün erstrahlt. Fasziniert von diesem Naturspektakel erkunden wir die Gautschgrotte genauer. Es ist still im Inneren. Unsere eigene Stimme hallt durch die Felswände, während alle paar Sekunden ein aufschlagender Tropfen zu hören ist. Die feuchten Wände strahlen Kälte aus und verleihen dem Raum einen muffigen Geruch. Eine unerwartete Sehenswürdigkeit in der Sächsischen Schweiz.

Burg Hohnstein thront auf einem Felsen
Ein Teil von Burg Hohnstein
Riesige Grotte in der Sächsischen Schweiz
Die Gautschgrotte bei Hohnstein

Himmlische Aussichten über die Sächsische Schweiz

Wir setzen unsere Wanderung auf dem Halbenweg fort. Zur Linken türmen sich mächtige Felsen der Sächsischen Schweiz auf, während wir auf der anderen Seite hinab in eine Schlucht blicken. Der Wanderweg schlängelt sich durch einen Wald, dessen Bäume aufgrund der Jahreszeit kahl sind. Am Boden schimmert Tau in der Morgensonne. Das gefrorene Laub knackt und knistert unter unseren Wanderschuhen. Nach 2 Kilometern kommen wir an eine kleine Höhle im Fels mit einer Feuerstelle. Es geht weiter bergab und das Laub am Boden wird durch unsere unkontrollierten Schritte aufgewirbelt. Die letzten Meter steigen wir eine Treppe hinab, ehe wir den rot ausgeschilderten Neuweg erreichen.

Kompakte Infos für deine Reise

Die kuriosen Namen im Kurort Rathen

Der Neuweg führt durch ein dunkles Waldgebiet mit Nadelbäumen. Wir wandern abwärts entlang eines Baches, bis wir eine alte Brücke überqueren müssen. Schließlich erreichen wir die Waltersdorfer Mühle, an der Snacks und Getränke gekauft werden können. Der weitere Verlauf der Route verläuft über den Füllhölzelweg durch einen Wald bis zum Kurort Rathen. Da wir viele Touristen im Ort vermuten, biegen wir direkt am Ortseingang rechts ab. Wir wandern über eine weitläufige Wiese und erkennen in der Ferne mächtige Felsen, die Kleine und Große Gans heißen. Etwas seltsam, denn Gänse erkennen wir hier nicht. Am Ende des schmalen Pfades erreichen wir den Amselsee, der zu dieser Jahreszeit aber wie leer gepumpt scheint. Doch auch im Winter ist dieses Gebiet der Sächsischen Schweiz eine Sehenswürdigkeit. Beim Überqueren eines Damms erblicken wir eine imposante Felsformation. Eine Besucher-Tafel informiert uns über die Namen der einzelnen Felsen, die nach ihrer Form benannt wurden. Lokomotive, Bienenkorb, Storchennest und Lamm. Entweder hatten die Verantwortlichen eine blühende Fantasie oder zu viel sächsischen Kräuterlikör intus. Aber entscheide selbst was du auf dem Bild siehst.

Außerhalb von Rathen in Sachsen
Aussicht auf die Große und Kleine Gans
Brücke am Amselsee nahe der Bastei
Ausblick am Amselsee

Falls du lieber in einer Gruppe reisen möchtest, besteht die Möglichkeit sich einer geführten Tour anzuschließen. Du brauchst dir keine Gedanken um die Anreise, Ausflugsplanung oder Verpflegung machen, sondern kannst dich komplett auf die Schönheit der Sächsischen Schweiz konzentrieren. Ich empfehle die Buchung einer Tour über das Portal von Get Your Guide, auf dem unzählige Aktivitäten auf der ganzen Welt einfach und sicher gebucht werden können.

Aufstieg zur Bastei und deren berühmte Basteibrücke

Wir merken, dass wir der Bastei näherkommen, denn plötzlich treffen wir viele andere Touristen. Eine lange Treppe führt bergauf. Vor uns eine chinesische Reisegruppe mit schicken Schuhen, Mänteln und feinen Stoffhosen. Die weißen Sneaker färben sich braun vom matschigen Weg. Jeder Schritt wird mit dem Handy dokumentiert. Immer mehr Leute teilen sich den anspruchsvollen Weg nach oben. Am Gipfel der Bastei befinden sich mehrere Aussichtspunkte über die Sächsische Schweiz. Wir blicken weit über die idyllische Landschaft von Deutschland. Am Horizont sehen wir eine Gruppierung malerischer Tafelberge. Unten fließt die Elbe ruhig an Rathen vorbei. Der eisige Wind pfeift uns hier oben um die Ohren. Wir ziehen weiter. Plötzlich stauen sich die Menschenmassen, denn jeder möchte ein Bild von der Basteibrücke schießen. Auch wir knipsen ein paar Fotos auf der beeindruckenden Brücke. Im Hintergrund türmen sich mächtige Felsen auf. Die Menschen auf den Aussichtsplattformen der Bastei wirken wie Zwerge. Ein Blick nach unten ist schwindelerregend.

Aussichtspunkt auf der Bastei über Rathen
Aussicht auf den Kurort Rathen
Ausblick von der Basteibrücke
Aussicht von der Basteibrücke

Erkundung der Bastei in der Sächsischen Schweiz

Wir biegen ab in Richtung der Aussichtsplateaus. Die Wege sind steinig und mit Zäunen gesichert. Menschen drängen sich durch die engen Pfade und hoffen auf eine gute Aussicht. Tatsächlich haben wir von hier einen zauberhaften Blick auf die Basteibrücke. Seit Jahrzehnten kommen unzählige Besucher auf die Bastei, um sich das Naturschauspiel anzusehen. Kein Wunder, dass die Basteibrücke nur zu touristischen Zwecken gebaut wurde. Heute zählt die Bastei zum meistbesuchten Aussichtspunkt aller deutschen Nationalparks. Über 1,5 Millionen Besucher kommen jedes Jahr zur Sehenswürdigkeit. Dementsprechend finden wir auf der Westseite sogar ein Restaurant und ein Hotel. Hier endet auch eine asphaltierte Straße, die bequeme Touristen auf den Gipfel befördert. Mir persönlich gefällt die Belohnung einer solchen atemberaubenden Aussicht, die ich nach einer anstrengenden Wanderung bekomme, besser.

Blick auf die Basteibrücke
Blick auf die Basteibrücke
Felsformation an der Bastei
Felsformationen auf der Bastei

Wenn du noch mehr Details benötigst oder weitere Wanderungen im Elbsandsteingebirge suchst, dann schau dir dieses Buch an. Mir persönlich gefällt diese Wanderführer-Reihe sehr gut. Das Buch ist klein und handlich, bietet nützliche Informationen zum Wandern und detaillierte Beschreibungen der Wanderungen. Ich konnte dadurch schon großartige Wanderungen entdecken, die ich ohne diese Bücher nicht gefunden hätte. 

Wanderung von der Bastei zu den Schwedenlöchern

Wir lassen die Attraktion Bastei hinter uns. Kurz vor dem Parkplatz halten wir uns rechts und folgen anschließend dem Gansweg Richtung Amselgrund. Schon bald erreichen wir erneut großartige Felsen. Über Betontreppen und Stege führt ein kilometerlanger Pfad bergab durch eine enge Schlucht. Die schroffen Felswände, die mit Moos und grünen Pflanzen übersät sind, sind zum Greifen nah. Der Wanderweg ist teilweise kein Meter breit. Egal wohin wir schauen, wir blicken nur auf steile Felswände. Ein faszinierendes, aber auch beklemmendes Gefühl macht sich breit. Wieder einmal wird uns die Überlegenheit der Natur bewusst. Diese tief eingeschnittenen Passagen werden als Schwedenlöcher bezeichnet. Im Dreißigjährigem Krieg flohen die Bewohner der Umgebung vor den schwedischen Soldaten in die tiefen Schluchten. Hier harrten sie aus, bis die Gefahr vorüber war. Im Laufe der Geschichte sollten die Schwedenlöcher den Einheimischen der Sächsischen Schweiz noch öfters als Schutz dienen.

Enge Gasse bei den Schwedenlöchern
Pfad durch die Schwedenlöcher
Farne in der Sächsischen Schweiz
Wanderung durch die Schwedenlöcher

Das idyllische Rathewalde

Am Ende des Wanderweges biegen wir links ab Richtung Rathewalde. Die Route verläuft entlang eines Baches. Schließlich erreichen wir die Amselfallbaude, die leider wegen Baumaßnahmen gesperrt ist. Im Normalfall kann man hier Getränke und Snacks bestellen. Hinter der Gaststätte befindet sich der Amselfall, der aber kaum Wasser führt. Wir setzen unsere Wanderung fort und stehen nach einigen Kilometern am Ortseingang von Rathewalde. Hier befinden sich alte Holzhäuser, die auf oder an den Felsen errichtet wurden und eine malerische Atmosphäre schaffen. Wir schlendern einige Zeit durch den Ort, ehe wir die richtige Bushaltestelle finden. Von hier nehmen wir den Bus 237 zurück nach Hohnstein. Fahrpläne für die Sächsische Schweiz findest du auf der Seite vom Verkehrsbund oder Deutsche Bahn* Die Bushaltestellen in Rathewalde und Hohnstein sind auf der Karte markiert.
Wanderer am Amselgrund
Wanderweg beim Amselfall
Ortseingang von Rathewalde
Ortseingang von Rathewalde

Übernachtung auf der Burg Hohnstein

Wie schon erwähnt, übernachten wir in der Burg Hohnstein* (Booking-Link). Diese diente in vergangenen Tagen als Jugendherberge. Dementsprechend schlicht sind auch die Zimmer. Wir teilen uns zu zweit ein Zimmer, in dem zwei Hochbetten, also vier Betten, stehen. Für mich ist die Länge des Bettes gerade noch ausreichend. Aber alle, die über 185 cm sind, sollten etwas anderes buchen. Erschöpft schmeißen wir uns aufs Bett, öffnen uns ein Bier und studieren die unzähligen Kritzeleien am Bettrahmen. „Lisa war hier“, Abschlussklasse 2001″, „Schreib mir bei ICQ“ und unzählige Penisse zieren die Rahmen. Wir waren alle mal jung. Es wird spät; vom Fenster aus können wir einen herrlichen Sonnenuntergang beobachten. Ein kleines Restaurant in der Burg, das zeitig schließt, versorgt uns mit Abendessen, obwohl die Hälfte der Speisen ausverkauft ist. Am nächsten Morgen gibt es ein einfaches, aber reichliches und inklusives Frühstücksbüffet. Die Übernachtung ist günstig und einfach, aber sauber und das Personal ist freundlich. Zuviel darf man hier nicht erwarten, aber für uns eine tolle Erfahrung auf einer Burg übernachtet zu haben. Von daher ist Burg Hohnstein* eine Empfehlung für alle, die nur etwas Einfaches zur Übernachtung in der Sächsischen Schweiz suchen.

Hohnstein bei Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Hohnstein
Burg Hohnstein bei Nacht
Burg Hohnstein bei Nacht

Wenn du noch mehr Reiseziele und sehenswerte Orte in der Sächsischen Schweiz oder in Sachsen suchst, dann schau dir diese Bücher an. Diese Reiseführer zeigen dir die Schönheit Sachsens und geben wertvolle Informationen für deinen Ausflug in diese Region Deutschlands.

Mein Fazit zur Bastei und der vorgestellten Wanderung durch Sachsen

Insgesamt ist die fast 14 Kilometer lange Wanderung leicht zu bewältigen. Der Aufstieg zur Basteibrücke ist anstrengend, aber lohnt sich allemal. Wir sind im Dezember zwischen den Feiertagen gewandert. Dementsprechend war es voll auf der Bastei. Obwohl ich solche Menschenansammlungen eigentlich nicht mag, haben mich die Massen nicht wirklich gestört. Zu sehr war ich von diesem magischen Ort fasziniert. Der Rest der Route war aber nicht stark frequentiert, sodass wir kaum anderen Menschen begegnet sind. Unsere Wanderung war sehr abwechslungsreich. Wir haben unglaubliche Felsformationen gesehen, hatten großartige Aussichten auf die Umgebung und sind durch tiefe Schluchten gewandert. Außerdem konnten wir eine faszinierende Grotte besuchen und konnten historische Gebäude in Hohnstein und Rathewalde sehen. Diese einzigartige Natur hat uns schwer beeindruckt und ich kann nur empfehlen die Sächsische Schweiz zu besuchen. Schau dir dazu gerne meinen Beitrag über eine weitere Wanderung im Nationalpark an. Dort zeige ich dir die beeindruckende Umgebung von Bad Schandau. Hast du einen Geheimtipp für die Sächsische Schweiz? Ich bin neugierig. Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht über die Wanderung zur Bastei gefallen hat. Auf meinem Sachsen-Blog zeige ich dir weitere schöne Reiseziele in Sachsen und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reise nach Sachsen. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Deutschland-Urlaub.

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