Faszinierende Felswelten: Die Sächsische Schweiz entdecken
Die Sächsische Schweiz liegt im deutschen Teil des Elbsandsteingebirges, während sich der tschechische Abschnitt als Böhmische Schweiz erstreckt. Wie der Name bereits andeutet, prägt Sandstein das markante Landschaftsbild dieser Mittelgebirgsregion. Steil aufragende Felsen, tief eingeschnittene Täler und imposante Tafelberge verleihen der Region ihr einzigartiges Erscheinungsbild. Aus den grünen Wäldern erheben sich sogar einzelne Vulkankegel – ein echtes Paradies für Naturfreunde.
Die spektakulären Felsformationen entlang der Elbe machen die Region zu einem der beeindruckendsten Nationalparks Deutschlands. Kein Wunder also, dass Wandern, Klettern und Mountainbiking hier zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten zählen.
Spektakuläre Felsenwelten: Wanderung durch die Schrammsteine und Affensteine
Diese Sehenswürdigkeit in Sachsen möchte ich dir nicht vorenthalten. Daher stelle ich dir in diesem Blog-Beitrag eine großartige Wanderung zu den schönsten Felsen der Sächsischen Schweiz vor. Die Wanderung führt von Ostrau bei Bad Schandau über den Falkenstein zu den bekannten Schrammsteinen. Anschließend verläuft der Wanderweg weiter über die Affensteine, den Carolafelsen und den Frienstein zum Lichtenhainer Wasserfall. Am Ende erwartet dich eine Fahrt in der Kirnitzschtalbahn. Die Route und einzelne Highlights habe ich auf der Karte markiert. Weitere Informationen zum Nationalpark findest du auf meiner Seite zur Sächsischen Schweiz. Es freut mich sehr, dass du auf meinem Reiseblog vorbeischaust und wünsche dir viel Spaß beim Lesen meines Reiseberichts.
Kompakte Infos für deine Reise
Die Wanderung führt durch das Elbsandsteingebirge, eine Landschaft aus Felsformationen, steilen Klippen, tiefen Schluchten und ausgedehnten Wäldern.
Die Wege können teils felsig und uneben sein; sie erfordern Trittsicherheit und gute Orientierung.
Die beste Zeit für Wanderungen in der Sächsischen Schweiz liegt im Frühjahr, Sommer und frühen Herbst.
Im Winter können Wege durch Frost, Schnee oder Nässe rutschig und schwer passierbar sein, und Wetterumschwünge kommen auch in der warmen Jahreszeit vor.
Für die hier beschriebenen Routen durch die Bergwelt der Sächsischen Schweiz solltest du je nach Kombination von Wegen einen halben bis mehreren Tagen einplanen.
Die Region ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar; Bahnhöfe und Buslinien bieten Anbindung an Orte rund um das Elbsandsteingebirge.
Viele Wanderwege starten in fußläufiger Entfernung zu Haltepunkten.
Alternativ ist die Anreise mit dem Auto möglich, Parkplätze liegen in der Nähe vieler Trailheads.
Für mehrtägige Aufenthalte eignen sich Orte wie Bad Schandau, Kurort Rathen oder Wehlen.
Dort gibt es Unterkünfte sowie eine touristische Infrastruktur in Nähe zu Wanderwegen und Nationalparkbereichen.
- Länge13 km (Fußweg)
- Höhenmeter↑ 690 m ↓ 656 m
- SchwierigkeitMittelschwer
- StartParkplatz Ostrau
- WegeGut begehbar, steile Leitern, Treppen
- BesonderheitenFahrt mit der Kirnitzschtalbahn
Wie du in die Sächsische Schweiz kommst
Anreise mit dem Auto
Mit dem Auto geht es von Bad Schandau, das touristische Zentrum der Sächsischen Schweiz, bergauf bis nach Ostrau. Auf dem Weg dorthin und im Ort selbst gibt es mehrere Wanderparkplätze. Wir haben damals in Ostrau übernachtet. Von Dresden bis nach Bad Schandau dauert die Anfahrt 45 Minuten.
Mit dem Zug in die Sächsische Schweiz
Bad Schandau erreichst du ebenfalls einfach mit dem Zug aus Dresden, Pirna und auch aus Tschechien. Fahrpläne findest du auf der Seite der Deutsche Bahn. Vom Bahnhof fahren Busse Richtung Ostrau (Linie 252). Aussteigen kannst du an den Haltestellen Schrammsteinbaude, Ostrau Ortsanfang oder Ostrau Zur Falkensteinklinik. Diese sind auf der Wanderkarte markiert. Fahrpläne und Tickets findest du auf der Seite vom Verkehrsbund. Mein Tipp: Nutze das Sachsen-Ticket.
Anreise ohne Auto: Geführte Tagesausflüge in die Sächsische Schweiz
Viele Wanderungen in der Sächsischen Schweiz lassen sich problemlos auf eigene Faust unternehmen.
Wenn du jedoch ohne Auto reist, nur wenig Zeit hast oder die Region erstmals besuchst, können geführte Tagesausflüge eine sinnvolle Alternative zur klassischen Anreise sein. Diese starten meist in Dresden oder Prag und bringen dich zu mehreren Highlights der Region.
Meine Wanderroute in der Sächsischen Schweiz
Der Wanderweg von Ostrau zum Falkenstein
Start unseres Wandererlebnisses ist der Parkplatz in Ostrau (N50°55.203′, E014°10.637′). Von hier aus geht es Richtung Osten der Hauptstraße entlang, bis wir in den Zschiehädelweg abbiegen. Ab jetzt folgen wir der roten Route durch dichten Wald immer geradeaus. Wir begegnen keinen Menschen. Es ist unheimlich ruhig. Der weiche Waldboden dämpft unsere Schritte. Die hohen Bäume und Felsen der Sächsischen Schweiz schützen uns vor dem kalten Wind. Wortlos genießen wir die Wanderung, bis wir einen großartigen Aussichtspunkt mit Blick auf den Falkenstein erreichen. Diese Sehenswürdigkeit ist ein beeindruckender freistehender Felsen, der majestätisch über 100 Meter in die Höhe ragt. Früher wachte einmal eine Burgwarte auf dem Stein, aber heute ist der Falkenstein überwiegend für Kletterer interessant. Es ist Ende Dezember und wir können sogar ein bisschen Schnee auf den Nadelbäumen entdecken. Für eine Schneeballschlacht reicht es allerdings nicht.
Naturerlebnis Sächsische Schweiz – Das Große Schrammtor und die Schrammsteine
Weiter geht es entlang der grünen Route Richtung Süden. Vereinzelt treffen wir jetzt auf andere Wanderer. Schon bald erblicken wir die Westseite der sagenhaften Schrammsteine. Diese Felsen mit über 100 Meter hohen Steilwänden rauben uns den Atem. Nach einer Kreuzung wird das Große Schrammtor erreicht. Die Attraktion ist der Start einer Route mitten durch die steilen Felsen, die uns auf die Ostseite der Schrammsteine führt.
Der Wildschützensteig zur Schrammsteinaussicht
Nach weiteren 600 Metern entlang der emporragenden Berge gelangen wir zum Wildschützensteig. Eine Truppe von Rentnern macht hier eine Rast und wünscht uns viel Glück für den Aufstieg. Tatsächlich geht es hier über eiserne Leitern und Stege steil bergauf in die Sächsische Schweiz. Der kurze Abschnitt erinnert mich an die Wanderung im Slowakischen Paradies. Nur besser gesichert. Der Handlauf ist allerdings so kalt, dass mir sogar mit Handschuhen fast die Hände einfrieren. Wir spüren die Nähe der Felsen auch ohne Berührung. Die Sonne strahlt von hinten in die enge Passage und die nassen Felswände schimmern im Licht. Der kalte Wind pfeift uns den Geruch von feuchter Erde und Moos in die Nase. Mühsam ist der Aufstieg, und unsere Atemwolken verpuffen an den kalten Steinen.
Aussichtspunkt Sächsische Schweiz – Die Schrammsteinaussicht
Oben angekommen erreichen wir nach kurzer Zeit direkt mehrere Aussichtspunkte auf die Schrammsteine. Hier haben wir einen unglaublichen Ausblick auf die umliegenden Felsen, Wälder und die Elbe. Wir haben Glück und einen sonnigen Tag erwischt, sodass wir weit über Sachsen schauen können. Am Aussichtspunkt begegnen wir zum ersten Mal vielen Touristen. Ein Fotograf hat sein Stativ aufgestellt und blockiert eine halbe Ewigkeit den besten Aussichtspunkt. Ich kenne solche Situationen und lasse ihn machen. Allerdings bezweifle ich, dass die zur Mittagssonne geschossenen Bilder besonders gut werden. Wir genießen also lieber die Aussicht auf die Sächsische Schweiz und freuen uns über dieses super Erlebnis an der Sehenswürdigkeit Schrammsteinaussicht. Auch wenn mein Gesicht auf dem Foto das Gegenteil vermuten lässt.
Die schönsten Felsen der Sächsischen Schweiz – Affensteine, Carolafelsen und Wenzelwand
Der Abstieg erfolgt entlang der grün markierten Route, die dann weiter über den Mittelwinkel, Vorderwinkel und Zeughausweg führt. Wir folgen einer Strecke durch dichten grünen Wald, bis wir über den Sandlochweg den kleinen Dom erreichen. Wieder türmen sich mächtige Felsen der Sächsischen Schweiz auf. Über Holztreppen und Stege wandern wir erneut bergauf. In der Ferne ragt der freistehende Falkenstein aus dem Wald. Mehrere Aussichtspunkte bieten einen großartigen Ausblick. Am Gipfel blicken wir auf die Affenwand. Der Ausblick ist hier atemberaubend, so dass wir eine längere Verschnaufpause machen. Affen können wir hier allerdings nicht entdecken. Würde uns aber auch wundern.
Die schönsten Aussichtspunkte der Sächsischen Schweiz
Nach unserer Stärkung folgen wir weiter der gelb markieren Route, bis wir eine Abzweigung zum Carolafelsen nehmen. Wir treffen hier wieder mehr Leute. Aber der Umweg lohnt sich, denn auch hier gibt es unglaublich schöne Aussichten über die Sächsische Schweiz. Wir stehen auf einem felsigen Plateau. Die Sonne strahlt auf die kalten Steine, auf denen teilweise Schnee und Eis liegt. Touristen sitzen hier auf ihren Jacken oder Schals und genießen den Sonnenschein. Nach kurzer Zeit wandern wir zurück zur Abzweigung, von der uns ein Weg anschließend weiter zur Wenzelwand führt. Hier tummeln sich unzählige Wanderer auf einem steinigen Vorsprung und erfreuen sich an der Aussicht auf die zauberhaften Felsformationen des Nationalparks. Eine Gruppe hat sogar einen kleinen Grill dabei. Wir schlendern durch die Massen, schießen ein paar Fotos und fragen uns, warum wir den Leuten vorher nirgends begegnet sind.
Mystische Wege in der Sächsischen Schweiz
Vom Aussichtspunkt Wenzelwand folgen wir an einer Abzweigung der Beschilderung zum Frienstein. Wir durchqueren eine schmale Gasse. Ein Blick nach oben und wir werden uns unserer Bedeutungslosigkeit im Vergleich zur mächtigen Natur bewusst. Tropfen fallen von den steilen Felswänden. Der Boden der steinigen Treppe ist nass und rutschig. Geruch von feuchtem Moos. Ein kühler Zug. Die Sächsische Schweiz begeistert. Wir verlassen diese fast schon mystische Gasse und blicken auf den hohen Frienstein. Auf diesem befindet sich die Idagrotte, die aber nur über einen ungesicherten schmalen Pfad nahe dem Abgrund erreichbar ist. Wir steigen allerdings nicht auf diesen Felsen.
Weitere Inspiration rund ums Wandern in Deutschland habe ich hier gesammelt – von klassischen Routen bis zu besonderen Wegen und Naturgeschichten abseits der bekannten Pfade.
Wandertour zum Lichtenhainer Wasserfall
Zum Ende der grün markierten Route wartet eine 230 Meter lange Treppe mit unzähligen Stufen auf uns. Obwohl unsere Beine nach dem Abstieg schmerzen, sind wir froh, dass wir nicht bergauf steigen mussten. Der Rest der Strecke verläuft durch Waldgebiete und ist nicht sonderlich spektakulär. Die hohen Felsen der Sächsischen Schweiz liegen jetzt hinter uns. Nach 2 Kilometern erreichen wir eine asphaltierte Straße, die uns nach kurzer Zeit zum Lichtenhainer Wasserfall führt. Der Wasserfall ist im Dezember nicht sehr interessant, da er kaum Wasser führt. Ob der Wasserstand zu anderen Jahreszeiten höher ist weiß ich leider nicht. Ich kann diese Sehenswürdigkeit nicht empfehlen, im Gegensatz zu der großartigen Kirnitzschtalbahn, die hier abfährt.
Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn vom Lichtenhainer Wasserfall nach Bad Schandau
Von Ostrau nach Lichtenhain sind wir 12 Kilometer gewandert. Ungern wollen wir weitere 10 Kilometer zurück nach Ostrau wandern. Deswegen entscheiden wir uns für eine Fahrt mit der Kirnitzschtalbahn. Diese traditionelle Straßenbahn befördert seit 1898 Touristen und Wanderer durch den Nationalpark. Sie fährt im Winter alle 70 und im Sommer alle 30 Minuten. Wir bezahlen 5 Euro direkt in der Bahn für die Strecke vom Lichtenhainer Wasserfall bis zum Botanischen Garten. Die Fahrt ist holprig. Immer wieder muss die Bahn abrupt bremsen, da sie sich die schmale Straße mit entgegenkommenden Autos teilen muss. Die Schaffner und Bahnführer tragen traditionelle Uniform. Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt. Weitere Informationen und den Fahrplan findest du auf der Seite des Verkehrsbunds. Von der Haltestelle Botanischer Garten geht es zu Fuß rund einen Kilometer lang bergauf zurück nach Ostrau.
Unterkünfte und Hotels in der Sächsischen Schweiz
Für mehrtägige Wanderungen in der Sächsischen Schweiz eignet sich Bad Schandau als zentraler Ausgangspunkt.
Der Ort bietet Unterkünfte sowie eine ausgebaute touristische Infrastruktur mit Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten.
Auch umliegende Ortsteile und kleinere Orte in der Region können als Basis für Wanderungen dienen.
Wenn dich das Wandern in Deutschland interessiert:
Aus diesem Thema ist ein Buch entstanden, in dem ich die höchsten Punkte aller 16 deutschen Bundesländer vorgestellt habe – von Stadtparks bis ins Hochalpine.
Fazit: Vielseitige Felswanderung mit beeindruckenden Ausblicken
Zusammenfassend war diese Wanderung ein echtes Highlight in der Sächsischen Schweiz. Die Route bietet zahlreiche beeindruckende Aussichtspunkte und bleibt dabei durchgehend abwechslungsreich. Auch wenn der Wildschützensteig etwas anstrengender ist, ist er gut gesichert und belohnt mit fantastischen Ausblicken. Besonders die Schrammsteine, Affensteine und die Wenzelwand haben uns mit ihrer wilden Felslandschaft begeistert – hier lassen sich die skurrilen Sandsteinformationen hautnah erleben, ganz ohne großen Andrang wie an der bekannten Bastei.
Wenn du Lust auf mehr bekommst, schau dir auch meinen Beitrag zur Wanderung zur Basteibrücke an – trotz der vielen Besucher ist dieser Ort absolut magisch. Über den Link findest du alle meine Erlebnisse und Wanderungen im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Hast du noch Geheimtipps für das Elbsandsteingebirge? Ich freue mich über deinen Kommentar!
Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht gefallen hat. Auf meinem Sachsen-Blog zeige ich dir weitere schöne Reiseziele in Sachsen und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reise nach Sachsen. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Deutschland-Urlaub.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich zu dieser Tour einen klassischen Reiseführer oder Wanderführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für Sachsen. Besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
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