Wandern in der Lüneburger Heide: Auf blühenden Wegen durch die Osterheide bei Schneverdingen
Die Lüneburger Heide im Nordosten Niedersachsens zählt zu den beliebtesten Wanderregionen Deutschlands – und das aus gutem Grund. Weitläufige Heideflächen, mystische Moore, sanfte Hügel und idyllische Wälder machen diese einzigartige Kulturlandschaft zu einem echten Naturparadies. Besonders zur Zeit der Heideblüte von Anfang August bis Mitte September verwandelt sich die Region in ein lilafarbenes Blütenmeer.
Im Herzen der Lüneburger Heide liegt die Osterheide – ein stillgelegter Truppenübungsplatz östlich von Schneverdingen, der heute ein beliebtes Naherholungsgebiet für Einheimische und Gäste ist. Die geschützten Flächen lassen sich ausschließlich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden und bieten perfekte Bedingungen für entspannte Wandertouren inmitten der Natur.
In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf eine einfache, aber beeindruckend schöne Wanderung durch die Osterheide. Ich zeige dir, was dich auf dem Weg erwartet, wann du die Heideblüte am besten erleben kannst – und warum sich ein Besuch auch außerhalb der Blütezeit lohnt. Viel Freude beim Lesen meines Reiseberichts!
Kompakte Infos für deine Reise
Die Osterheide ist eine offene Heidelandschaft mit weiten Heideflächen, sandigen Pfaden und ruhigen Strecken.
Die Wanderung kombiniert Naturgenuss mit guter Erreichbarkeit per Bahn und Wanderwegen, eignet sich für Tagesausflüge und zeigt die klassische Heidelandschaft.
Die Heide ist besonders attraktiv in der Blütezeit im August und September.
Auch außerhalb der Blüte bietet die Region im Frühling und Herbst angenehme Bedingungen.
Im Winter sind Teile der Heide kühler und stellenweise weniger einladend.
Für den Zug- und Wanderausflug zur Osterheide kannst du einen halben bis ganzen Tag einplanen, je nachdem, wie viele Wege und Aussichtspunkte du kombinierst.
Die Osterheide lässt sich gut mit dem Zug und Bus erreichen, da mehrere Haltepunkte im Heidegebiet liegen. Vom Bahnhof aus führen Wanderwege direkt in die Heideflächen.
Alternativ kann die Anreise auch mit dem Auto erfolgen.
Für mehrtägige Aufenthalte eignen sich Orte in der Umgebung der Lüneburger Heide, zum Beispiel Undeloh oder weitere größere Ortschaften, die eine grundlegende touristische Infrastruktur bieten.
- Länge18 km
- Höhenmeter↑↓ 61 m
- SchwierigkeitLeicht
- StartBahnhof Schneverdingen
- WegeGut begehbar, keine Steigung, Sandwege
- BesonderheitenHeide blüht nur im August/September
Wie du in die Osterheide kommst
Anreise nach Schneverdingen mit dem Zug
Falls du auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bist, ist die Osterheide ein ideales Ausflugsziel für dich. Sie ist nämlich mit der Heidebahn entspannt zu erreichen. Dieser Zug pendelt stündlich zwischen Hannover und Buchholz mit Halt in Schneverdingen. Fahrpläne findest du auf der Homepage der Deutsche Bahn. Mein Tipp: Nutze das Niedersachsen-Ticket. Vom Bahnhof aus sind es nur wenige Minuten bis zu den Heidenflächen der Lüneburger Heide.
Anreise mit dem Auto
Mit dem Auto fährst du von der A7 bei Abfahrt Schneverdingen ab und erreichst über die B3 die Osterheide. Hier gibt es kostenlose Parkplätze direkt an der Bundesstraße oder an der L170 kurz vor dem Ortseingang. Die Parkplätze an der Osterheide und der Bahnhof in Schneverdingen sind auf der Wanderkarte markiert.
Shuttlebus in der Lüneburger Heide
In den Sommermonaten verkehrt außerdem ein kostenloser Shuttlebus innerhalb der Lüneburger Heide, der die Sehenswürdigkeiten der Region anfährt. Die Fahrpläne und das Streckennetz findest du auf der Seite des Naturparks.
Meine Wanderung in der Osterheide – Von Schneverdingen in die Lüneburger Heide
Da wir damals mit der Bahn angereist sind, startet meine Route am Bahnhof in Schneverdingen. Es ist noch früh, viele Menschen steigen aus der Bahn und machen sich auf den Weg Richtung Osterheide. Hauptsächlich Rentner. Wir stoppen direkt an einem kleinen Kiosk am Bahnhof (bis 18 Uhr offen) und bestellen erstmal Kaffee. Nach der Energieaufladung und einem 10-minütigen Marsch durch ruhige Wohngebiete erreichen wir den Osterwaldweg. Dieser führt uns in ein Waldgebiet, in dem wir vereinzelte Heidepflanzen zwischen den Bäumen entdecken. Die Sonne strahlt durch die grünen Blätter, Vögel zwitschern und der Geruch von Moos zieht durch die Nase. Plötzlich stehen wir an der Lichtung und blicken auf ein riesiges Meer aus lila Pflanzen. Tief beeindruckt knipsen wir ein paar Bilder und „stechen in See“. Der Pfad wird sandig und Spurrillen von Pferdekutschen kreuzen unseren Weg.
Abenteuer Lüneburger Heide – Die Lila Osterheide, Heidschnucken und der idyllische Silvestersee
Die Sonne knallt gnadenlos auf uns herab und treibt uns den Schweiß ins Gesicht. Nirgends Schatten. Der Horizont flimmert. Immer wieder sinken wir auf dem trockenen Sandweg ein. Dieser führt immer geradeaus durch weitläufige Heideflächen und das platte Land von Niedersachsen. Nur der dunkelgrüne Wacholder bietet einen Kontrast zu den lila Pflanzen. Nach einigen hundert Metern kommen wir an einem großen Schafstall vorbei. Mit etwas Glück kann man hier eine grasende Heidschnucken Herde beobachten. Heidschnucken begegnet man häufig in der Lüneburger Heide, die hier heutzutage hauptsächlich wegen des Fleisches gehalten werden. Es gilt in der Region als Delikatesse und wird mit Preiselbeeren serviert. Falls du Wild magst, solltest du es definitiv probieren.
Ungefähr 300 Meter, nachdem wir den Stall passiert haben, biegen wir in den gelb markierten Wanderweg Richtung Silvestersee ab. Der malerische See ist nach einem britischen Offizier benannt und bietet eine gute Möglichkeit für einen Rast in ruhiger Umgebung. Mutige können hier sicherlich auch baden, müssen aber mit Schlick und Blutegel rechnen. Wir waren trotz der Hitze von über 30 Grad nicht im Wasser. Bilder habe ich hier leider nicht gemacht.
Blütezeit Lüneburger Heide – Wanderung durch das lila Meer der Osterheide
Wir lassen den Silvestersee hinter uns und wandern weiter durch die prächtigen Heideflächen. Nach einiger Zeit müssen wir die B3 überqueren und erreichen dann den zuvor erwähnten Wander-Parkplatz (siehe Karte). Ab hier führt die Route für rund 1,5 Kilometer durch ein Waldgebiet, in dem keine Heidepflanzen zu finden sind. Wir genießen die Wanderung im Schatten. Insekten zirpen in den Gräsern, Vögel zwitschern in den Bäumen und kleine Äste knacken unter unseren Schuhen. Als wir an die Lichtung kommen, freuen wir uns auf eine kilometerweite Heidelandschaft. Die vor uns liegende Strecke verläuft nämlich fast 6 Kilometer entlang der paradiesischen Heide. Allerdings ungeschützt im prallen Sonnenschein. Der Weg wird teilweise wieder sandig und passiert zweimal kleine Waldgebiete. Hier machen wir kurz Rast, um für einige Zeit der Sonne zu entkommen.
Wandern in der Lüneburger Heide entlang Wäldern, Mooren und Heideflächen
Der Wanderweg verläuft weiter bis zum Hof Möhr, von dem ein kleiner Naturlehrpfad durch einen Wald mit Buchen und Eichen startet. Wir sind erschöpft vom Wetter und den zurückgelegten Kilometern. Unser Wasser ist leer. Die Sonne brennt. Sonnenbrand bahnt sich an. Wir ignorieren also die Infotafeln und folgen einem Holzsteg, der über das Möhrer Moor führt. Dieser Pfad bringt uns erneut in die weiten Heideflächen der Osterheide.
Auf der letzten Etappe erwarten uns wieder weitläufige Heideflächen und sandige Wege. Nach einiger Zeit wird der zweite Parkplatz erreicht. Dieser liegt gegenüber der Straße, die zum Pietzmoor führt. Falls du noch genügend Power hast, kann ich dir den 5 Kilometer langen Rundweg durch das Moor sehr empfehlen. Nachdem wir den Parkplatz hinter uns gelassen haben, verlassen wir langsam die Heide. Zum Bahnhof sind es jetzt nur noch ein paar hundert Meter.
Wenn dich das Wandern in Deutschland interessiert:
Aus diesem Thema ist ein Buch entstanden, in dem ich die höchsten Punkte aller 16 deutschen Bundesländer vorgestellt habe – von Stadtparks bis ins Hochalpine.
Fazit: Wanderung durch die Osterheide – Ein Naturerlebnis in voller Blüte
Die hier vorgestellte Wanderung durch die Osterheide ist leicht zu gehen, aber mit rund 18 Kilometern recht lang – eine gute Grundkondition solltest du also mitbringen. Da die Strecke nur wenig Schutz vor Sonne und Regen bietet, sind wetterfeste Kleidung und ausreichend Sonnenschutz empfehlenswert. Besonders an Wochenenden kann es hier voll werden – wer die Ruhe genießen möchte, startet am besten früh morgens oder am späten Nachmittag.
Die Osterheide zeigt sich vor allem im August zur Heideblüte von ihrer allerschönsten Seite. Dann leuchtet die Landschaft in kräftigem Lila und bietet ein unvergessliches Naturerlebnis mitten in Niedersachsen. Diese Tour ist ein echter Geheimtipp für alle, die das Wandern lieben und die Lüneburger Heide abseits der klassischen Routen entdecken möchten.
Wenn du noch mehr sehen willst: In der Umgebung warten weitere Highlights der Lüneburger Heide auf dich – perfekt für ein verlängertes Wanderwochenende oder einen Kurzurlaub im Norden Deutschlands.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich zu dieser Tour einen klassischen Reiseführer oder Wanderführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für die Lüneburger Heide. Besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
Unterkünfte und Hotels in der Lüneburger Heide
Für mehrtägige Aufenthalte eignen sich Orte in und rund um die Lüneburger Heide, etwa Undeloh oder andere umliegende Ortschaften.
Dort stehen Unterkünfte sowie eine grundlegende touristische Infrastruktur zur Verfügung.
Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht über die Lüneburger Heide gefallen hat. Auf meinem Niedersachsen-Blog zeige ich dir weitere schöne Reiseziele in Niedersachsen und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reise nach Niedersachsen. Weiter unten im Blog-Artikel findest du weitere Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in der Lüneburger Heide. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Deutschland-Urlaub.
Die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung der Osterheide
Wie bereits erwähnt, liegt das Pietzmoor in der Nähe von Schneverdingen. Dort führt ein Rundweg durch das spektakuläre Moor und gibt Einblicke in einzigartige Natur.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin bis nach Wilsede zu wandern, um den Totengrund oder den Wilseder Berg zu erkunden. Der Shuttlebus bringt dich bequem und kostenlos zurück. In diesem Blog-Beitrag findest du eine grandiose Wanderung zum Wilseder Berg und Totengrund.
Im Norden der Stadt gibt es das Naturschutzgebiet Höpen, in dem du zu bestimmten Zeiten eine Heidschnucken Herde beim Aus- und Eintrieb beobachten kannst. Außerdem befindet sich nördlich der Heidegarten: Eine Gartenanlage mit unzähligen verschiedenen Heidesorten. Falls du noch interessante Orte in der Nähe kennst oder dir mein Beitrag gefallen hat, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen. Ich freue mich über jede Nachricht.
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2 Kommentare
Das sieht total schön aus! Da hätte ich auch Lust auf einen Trip hin und die Wanderung zu machen, natürlich nur, wenn die Heide auch so toll blüht :)
Hallo Larah :)
Es freut mich, dass es dir gefällt. Die Heide blüht von Anfang August bis Anfang September. Ich veröffentliche demnächst noch einen weiteren Beitrag zur Heide, denn es gibt eine Menge zu sehen ;)
Viele Grüße Arne