Wandern auf den Kanaren – Haltung und Einordnung
Die Kanarischen Inseln zählen zu den vielseitigsten Wanderregionen Europas. Zwischen Atlantik und Vulkanlandschaften bieten sie ganzjährig ideale Bedingungen für aktive Tage draußen. Statt alpiner Extreme erwarten dich abwechslungsreiche Routen durch Lavafelder, Lorbeerwälder, Schluchten, Küstenlandschaften und Hochlagen über den Wolken.
Besonders in den Wintermonaten sind die Kanaren ein ideales Ziel zum Wandern. Während es in Mitteleuropa kalt und grau ist, laden hier milde Temperaturen, klare Luft und eine enorme landschaftliche Vielfalt zu ausgedehnten Touren ein. Jede Insel besitzt dabei ihren eigenen Charakter und stellt unterschiedliche Anforderungen an Planung und Ausrüstung.
In diesem Blog steht das Wandern auf den Kanaren im Fokus. Wenn du deine Reise darüber hinaus umfassend planen möchtest, empfehle ich dir diesen Reiseführer für die Kanaren* der viele hilfreiche Tipps zu Natur, Kultur und praktischen Reisethemen bietet.
Charakter & Landschaften der Kanaren
Wandern auf den Kanaren bedeutet vor allem Abwechslung. Innerhalb weniger Kilometer wechseln sich völlig unterschiedliche Landschaftsformen ab. Schwarzes Vulkangestein trifft auf grüne Wälder, schroffe Küsten auf weite Hochplateaus und trockene Lavafelder auf feuchte Nebelzonen.
Typisch für viele Wanderungen sind offene Wege ohne viel Schatten, stetiger Wind und ein ständiger Blick auf den Atlantik. In höheren Lagen wie rund um den Teide oder im Garajonay-Nationalpark verändert sich das Klima spürbar. Kühle Temperaturen, Wolken und schnelle Wetterwechsel sind hier keine Seltenheit. Genau diese Gegensätze machen den Reiz des Wanderns auf den Kanaren aus und sorgen dafür, dass keine Tour der anderen gleicht.
Teneriffa, La Gomera und Lanzarote im Vergleich
Teneriffa
Teneriffa bietet die größte landschaftliche Vielfalt aller Kanareninseln. Wanderungen führen durch dichte Kiefernwälder, trockene Vulkanlandschaften, tiefe Schluchten und bis in Hochlagen über 2.000 Meter. Rund um den Teide-Nationalpark herrschen alpine Bedingungen mit starker Sonneneinstrahlung, Wind und großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.
Besonders abwechslungsreich sind Touren im Anaga-Gebirge im Nordosten der Insel. Hier verlaufen viele Wege durch Lorbeerwald, über schmale Pfade und entlang steiler Küsten. Die Wege sind meist gut markiert, erfordern aber Trittsicherheit und eine gute Einschätzung des Wetters. Teneriffa eignet sich sowohl für entspannte Tagestouren als auch für längere, anspruchsvollere Wanderungen.
La Gomera
La Gomera ist eine der ursprünglichsten Wanderinseln der Kanaren. Das Wegenetz ist dicht, gut ausgeschildert und speziell auf Wanderer ausgelegt. Im Zentrum der Insel liegt der Garajonay-Nationalpark mit seinen feuchten Nebelwäldern, in denen das Klima deutlich kühler und schattiger ist als an der Küste.
Viele Wanderungen verbinden kleine Dörfer, führen durch tiefe Barrancos und wechseln zwischen Wald, offenen Höhen und Meerblick. Die Distanzen sind meist moderat, dafür sind Höhenmeter und stetiges Auf und Ab typisch. La Gomera eignet sich besonders für mehrtägige Wanderaufenthalte ohne Auto und für alle, die Ruhe, Natur und klare Strukturen schätzen.
Lanzarote
Wandern auf Lanzarote ist anders als auf den übrigen Kanaren. Die Insel ist geprägt von offenen Lavafeldern, Vulkanhügeln und weiten, kargen Landschaften. Schatten ist selten, Wege verlaufen häufig über schwarzes Gestein oder sandige Pfade. Der Reiz liegt hier weniger in Abwechslung, sondern in der besonderen Atmosphäre.
Wanderungen im Timanfaya-Gebiet, entlang der Küste oder durch Weinberge rund um La Geria erfordern gute Vorbereitung, ausreichend Wasser und Sonnenschutz. Technisch sind die Wege meist einfach, körperlich jedoch fordernd durch Hitze und Wind. Lanzarote eignet sich besonders für kürzere Touren mit Fokus auf Landschaft und Weitblick.
Wann Wandern auf den Kanarischen Inseln sinnvoll ist
Die Kanarischen Inseln gehören zu den wenigen Regionen Europas, in denen Wandern ganzjährig möglich ist. Dennoch gibt es klare Unterschiede je nach Jahreszeit, Höhenlage und Insel.
Die beste Zeit zum Wandern liegt zwischen Oktober und April. In diesen Monaten sind die Temperaturen angenehm, meist zwischen 18 und 25 Grad. Die Sonne steht niedriger, die Hitze ist moderat und längere Touren sind gut machbar. Besonders in tieferen Lagen und an der Küste ist diese Zeit ideal.
Von Mai bis September ist Wandern weiterhin möglich, erfordert aber eine gute Planung. In den Sommermonaten kann es vor allem auf Lanzarote und in den tieferen Regionen Teneriffas sehr heiß werden. Touren sollten früh am Morgen starten, ausreichend Wasser ist Pflicht und schattenarme Routen sind zu vermeiden. In höheren Lagen wie rund um den Teide oder im Garajonay-Nationalpark bleibt es oft deutlich kühler.
Besonderheiten nach Inseln:
- Teneriffa: Ganzjährig gute Bedingungen, im Winter in Hochlagen teils kühl und windig. Schnee am Teide ist möglich.
- La Gomera: Sehr gutes Wanderklima von Herbst bis Frühling. Im Sommer dank Nebelwald oft angenehmer als andere Inseln.
- Lanzarote: Am besten von Oktober bis April. Im Sommer nur kurze Touren sinnvoll.
Regen spielt auf den Kanaren insgesamt eine untergeordnete Rolle, kann aber im Winter lokal auftreten, vor allem im Norden Teneriffas und La Gomeras. Wind ist dagegen ganzjährig ein Faktor und sollte bei der Tourenplanung berücksichtigt werden.
Wege, Orientierung und Anspruch
Die Wanderwege auf den Kanaren sind in der Regel gut markiert und leicht zu verfolgen. Viele Routen verlaufen auf ausgewiesenen Pfaden, alten Verbindungswegen oder offiziellen Wanderwegen der Inseln. Der technische Anspruch ist meist gering, anspruchsvolle Kletterpassagen oder ausgesetzte Stellen sind eher die Ausnahme.
Der tatsächliche Anspruch entsteht weniger durch die Technik, sondern durch äußere Faktoren. Hitze, Wind und fehlender Schatten können Touren deutlich anstrengender machen, als es die Distanz vermuten lässt. Besonders auf Lanzarote und in offenen Hochlagen solltest du deine Kräfte realistisch einschätzen und ausreichend Wasser einplanen.
Offline-Navigation ist sinnvoll, da der Handyempfang in Schluchten, im Gebirge oder in abgelegenen Regionen nicht zuverlässig ist. Auch wenn Wege gut markiert sind, können Abzweigungen oder alte Pfade verwirrend sein.
Abseits der markierten Wege zu gehen, ist keine gute Idee. Die Vegetation ist empfindlich, das Gelände oft brüchig und Orientierungspunkte fehlen schnell. Wer auf den offiziellen Routen bleibt, ist auf den Kanaren deutlich sicherer und entspannter unterwegs.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich zu diesem Blogartikel einen klassischen Reiseführer oder Wanderführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für die Kanaren. Besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
Sicherheit & Besonderheiten
Wandern auf den Kanaren ist grundsätzlich sicher, erfordert aber Aufmerksamkeit für die natürlichen Bedingungen der Inseln.
Sonne und Dehydrierung
Die intensive Sonne und trockene Luft führen schnell zu Flüssigkeitsverlust. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz und realistische Etappenplanung sind entscheidend.Wind und schneller Wetterumschwung
Besonders in höheren Lagen und an der Küste kann das Wetter rasch wechseln. Wind, Nebel oder Wolken verändern die Bedingungen oft innerhalb kurzer Zeit.Steinschlag in Schluchten
In Barrancos und engen Schluchten kann loses Gestein ein Risiko darstellen, vor allem nach Regen oder bei starkem Wind.Höhenlage am Teide
Wanderungen in großen Höhen belasten den Kreislauf stärker als erwartet. Langsames Tempo und Pausen helfen bei der Anpassung.Notruf, Empfang und Sperrungen
Handyempfang ist nicht überall zuverlässig. Sperrungen und Zugangsbeschränkungen sollten respektiert werden, da sie meist aus Sicherheits- oder Naturschutzgründen bestehen.
Mit guter Vorbereitung, ausreichend Wasser und dem Verbleib auf markierten Wegen lassen sich Wanderungen auf den Kanaren entspannt und sicher genießen.
Ausrüstung fürs Wandern auf den Kanaren
Für Wanderungen auf den Kanarischen Inseln ist keine alpine Spezialausrüstung notwendig. Die meisten Touren verlaufen auf gut begehbaren Wegen, Lavaflächen, Küstenpfaden oder durch Wälder und Schluchten. Technisch sind die Wanderungen meist einfach, der Anspruch entsteht vor allem durch Sonne, Wind, Länge der Etappen und wechselnde Untergründe.
Leichte, gut eingelaufene Wanderschuhe mit griffiger Sohle reichen in der Regel völlig aus. Dazu kommen luftige, funktionale Kleidung, ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine zuverlässige Navigation. Gerade auf offenen Lavaflächen oder in abgelegenen Regionen ist eine Offline-Karte sinnvoll.
Eine detailierte Packliste und weitere Infos findest du in meinem Artikel über bewährte Ausrüstung für das Wandern auf den Kanaren.
Meine Wanderungen & Artikel von den Kanaren
Die Kanarischen Inseln habe ich auf mehreren Reisen intensiv zu Fuß erkundet. Mein Fokus lag dabei auf abwechslungsreichen Tagestouren durch Vulkanlandschaften, entlang der Küste und durch ursprüngliche Wälder. Jede Insel hat dabei ihren ganz eigenen Charakter entwickelt. Alle meine Touren, Eindrücke und konkreten Routenvorschläge findest du in den folgenden Artikeln zu den einzelnen Inseln.
Geführte Wanderungen als Ergänzung
Viele Wanderungen auf den Kanareninseln lassen sich problemlos auf eigene Faust unternehmen. Wer jedoch tiefer in die Landschaft eintauchen, mehr über Geologie, Vegetation und Geschichte erfahren oder abgelegenere Regionen erkunden möchte, profitiert von einer geführten Tour.
Geführte Wanderungen sind besonders sinnvoll im Anaga- und Teno-Gebirge, im Teide-Nationalpark oder in vulkanisch geprägten Gebieten auf Lanzarote. Sie bieten zusätzliche Sicherheit, Hintergrundwissen und oft Zugang zu Routen, die man allein kaum entdecken würde.
Fazit zum Wandern
Die Kanarischen Inseln sind ein ideales Wanderziel für alle, die Naturerlebnisse ohne alpinen Anspruch suchen. Gut markierte Wege, abwechslungsreiche Landschaften und ganzjährig wanderfreundliches Klima machen die Inseln besonders vielseitig. Wer respektvoll plant, Wetter und Sonne ernst nimmt und auf den Wegen bleibt, findet auf Teneriffa, La Gomera und Lanzarote hervorragende Bedingungen für entspannte wie eindrucksvolle Wanderungen.
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