Teneriffa: Ein Wanderparadies abseits der Strände
Die Kanarischen Inseln sind eines der beliebtesten Reiseziele in Europa, und jährlich reisen Millionen von Touristen auf die spanische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs. Besonders Teneriffa, die größte und bekannteste Insel der Kanaren, lockt mit ihren wunderschönen Stränden, dem milden Klima und einer gut ausgebauten Infrastruktur für Touristen. Viele Besucher reisen nach Teneriffa, um an den endlosen Stränden zu entspannen und die Sonne zu genießen. Doch wer abseits der typischen Touristenpfade unterwegs ist, wird schnell feststellen, dass die Insel auch ein wahres Wanderparadies ist. Die beeindruckenden Landschaften und vielfältigen Wanderrouten lassen dich die Natur Teneriffas in all ihren Facetten erleben.
Ein absolutes Highlight ist der Vulkan Teide, mit über 3700 Metern der höchste Berg Spaniens. Als Wahrzeichen der Insel zieht der majestätische Vulkan jedes Jahr zahlreiche Wanderer und Naturfreunde an. Doch Teneriffa hat auch abseits des Teide viel zu bieten. Im Norden der Insel erstreckt sich das Anaga-Gebirge mit seinem gleichnamigen Naturschutzgebiet, dem Parque Rural de Anaga. Hier erwarten dich faszinierende Aussichten auf die tiefblaue See, steile Klippen und abgelegene Buchten – ein wahres Paradies für Wanderer.
Drei unvergessliche Wanderungen im Anaga-Gebirge
In diesem Blog-Beitrag möchte ich dir drei Wanderungen im Anaga-Gebirge vorstellen, die für mich zu den absoluten Höhepunkten meiner Teneriffa-Reise gehörten. Ich hoffe, du findest Inspiration für deine eigene Reise und wünsche dir viel Spaß beim Lesen meines Reiseberichts!
Wandern im Anaga-Gebirge
Das Anaga-Gebirge im Nordosten Teneriffas ist ein wahres Paradies für Wanderfreunde und Naturliebhaber. Die Landschaft ist atemberaubend schön und vielseitig. Es gibt unberührte Buchten, steile Klippen und grüne Täler. Der dichte Lorbeerwald ist einmalig und faszinierend, ein wahres Refugium für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Aussichten entlang der Wanderwege sind atemberaubend. Du kannst das tiefblaue Meer und die umliegenden Berge bewundern und dabei die klare Luft in vollen Zügen genießen. Beim Wandern auf den zahlreichen Wanderwegen im Anaga-Gebirge gibt es also viel zu entdecken. Diese Highlights solltest du während deines Teneriffa-Urlaubs nicht verpassen.
Drei spannende Routen, die ich selbst gewandert bin, stelle ich dir auf meinem Reiseblog vor. Die erste Rundwanderung verläuft in der abgelegensten Region von Anaga vom Bergdorf Chamorga über einen Gebirgskamm und eine tiefe Schlucht zum malerischen Fischerdorf Roque Bermejo. Diese Küstenwanderung verspricht atemberaubende Aussichten und abwechslungsreiches Terrain. Mir hat diese Route am besten gefallen. Die zweite Wanderung verläuft im Zentrum von Anaga durch den mystischen Lorbeerwald und endet an der spektakulären Nordküste vom Anaga-Gebirge. Hier kannst du die einzigartige Natur Teneriffas bestaunen und hautnah erleben. Meine dritte Wanderung ist für Jedermann geeignet und eine beliebte Tour bei Touristen. Sie führt durch den bizarren Lorbeerwald und passiert großartige Aussichtspunkte, ist aber nur kurz und touristisch ein wenig überlaufen.
Kompakte Infos für deine Reise
Im Anaga-Gebirge herrscht ganzjährig ein feuchteres und kühleres Klima als in vielen anderen Regionen Teneriffas. Für Wanderungen eignen sich besonders März bis November. In den Wintermonaten kommt es häufiger zu Niederschlag und Nebel, insbesondere an der Nordseite des Gebirges.
Für die vorgestellten Wanderungen sind 2–3 Tage gut geeignet. So lassen sich mehrere Touren im Anaga-Gebirge ohne Zeitdruck kombinieren.
Auch einzelne Wanderungen können gut als Tagesausflug unternommen werden.
Die Startpunkte der Wanderungen sind über das Anaga-Gebirge verteilt.
Die Anreise erfolgt am einfachsten mit dem Auto. Öffentliche Verkehrsmittel sind vorhanden, erfordern jedoch mehr Zeit und Planung.
Als Ausgangspunkt für Wanderungen im Anaga-Gebirge eignen sich Orte westlich des Gebirges gut.
Santa Cruz de Tenerife und San Cristóbal de La Laguna bieten eine gute Infrastruktur und kurze Fahrzeiten zu mehreren Startpunkten.
Alternativ sind auch einfache Unterkünfte direkt im Gebirge möglich, wenn eine naturnahe Lage bevorzugt wird.
Die Wege führen häufig über verwurzelte Waldpfade und steinige Naturwege.
Festes Schuhwerk sowie regenfeste Kleidung sind aufgrund des wechselhaften Wetters sinnvoll. Sonnenschutz und ausreichend Wasser sollten ebenfalls mitgeführt werden. Auch Kartenmaterial ist hier sinnvoll.
Eine allgemeine Übersicht zur benötigten Wanderausrüstung findest du hier.
Dichte Wälder, Nebelstimmungen und Küstenblicke bieten abwechslungsreiche Fotomotive.
Durch wechselndes Licht und hohe Luftfeuchtigkeit ist ein geschützter Umgang mit Kameraequipment empfehlenswert.
Anreise & Mobilität auf Teneriffa
Viele der schönsten Wanderungen auf Teneriffa liegen abseits größerer Orte. Öffentliche Verkehrsmittel sind in ländlichen Regionen oft unzuverlässig oder zeitlich unpraktisch. Besonders, wenn du mehrere Touren kombinieren möchtest.
Für diese Wanderungen ist ein Mietwagen daher die entspannteste Lösung: Du bleibst flexibel, bist nicht an Fahrpläne gebunden und erreichst auch abgelegene Startpunkte problemlos.
Ich selbst nutze auf den Kanaren bei Wanderungen immer einen Mietwagen.
Den Vergleich und die Buchung erledige ich seit Jahren über Check24* weil ich dort schnell passende Angebote finde und die Abwicklung zuverlässig ist.
Wie du ins Anaga-Gebirge auf Teneriffa kommst
Anreise mit dem Auto
Die Hauptstraße TF-12 schlängelt sich von San Cristóbal de La Laguna über das Anaga Gebirge bis zum Küstenort San Andrés. Die Straße ist gut ausgebaut und passiert wunderschöne Aussichtspunkte auf Teneriffa, sodass alleine die Fahrt mit dem Auto ein Abenteuer wird. Allerdings solltest du schwindelfrei sein und mit engen Streckenabschnitten kein Problem haben. Kostenlose Parkplätze gibt es an den offiziellen Aussichtspunkten, doch diese sind oft überfüllt, sodass die Leute einfach am Straßenrand parken.
Mit dem Bus in den Anaga-Park
Die Anaga Region ist gut an das Busnetz von Teneriffa angebunden, sodass du die meisten Orte auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen kannst. Der Busverkehr auf den Kanarischen Inseln ist generell sehr gut organisiert und außerdem günstig. Die Hauptbuslinien im Anaga-Park sind Linie 76, 77, 273 und 275, mit denen du für circa 1€ in den Park kommst. Weitere Informationen findest du auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft der Insel. Gerade bei abgelegenen Startpunkten oder offenen Zeitplänen ist individuelle Mobilität mit Mietwagen deutlich entspannter.
Wandertour 1: Chamorga – Faro de Anaga – Roque de Bermejo über PR-TF 6 und PR-TF 6.1
Aussichtsreiche Küstenwanderung in der abgelegensten Region Teneriffas
Meine erste Wanderung verläuft in der nordöstlichsten Region des Anaga-Parks und startet im abgelegenen Dorf Chamorga. Die malerische Rundwanderung ist rund 8,8 Kilometer lang und verläuft über einen steinigen Gebirgskamm, entlang der atemberaubenden Küste und durch eine Schlucht.
Zwischenzeitig besitzt die Route eine nennenswerte Steigung, für die eine gute Grundkondition erforderlich ist. Die Wege sind gut ausgebaut, ausgeschildert und erkennbar. Wanderschuhe und Schwindelfreiheit sind hier dennoch Pflicht. Es gibt auf der Wanderung keine Einkehrmöglichkeiten und keinen Schatten. Proviant und Sonnenschutz sollten daher unbedingt mitgenommen werden. Vorsicht ist geboten, wenn es viel geregnet hat, denn die Schlucht kann dann unpassierbar werden. Ich habe die Wanderroute und alle wichtigen Reiseziele auf der Karte markiert.
- Länge8,8 km
- Höhenmeter↑↓ 704 m
- SchwierigkeitMedium
- StartOrtseingang von Chamorga
- Wegesteinige Naturpfade
Anreise nach Chamorga
Das kleine Bergdorf liegt am Ende der Höhenstraße TF-123, die von der Hauptstraße TF-12 abgeht. Die kurvige Straße ist teilweise sehr schmal, und es ist Vorsicht mit dem Gegenverkehr geboten. Aufgrund der vielen Serpentinen dauert die Fahrt von La Laguna über eine Stunde. Kostenlose Parkplätze findest du direkt am Ortseingang von Chamorga bei der Bushaltestelle.
Zusätzlich verkehren Busse der Linie 947 zwischen Santa Cruz de Tenerife und Chamorga. Die Fahrt dauert allerdings rund 1,5 Stunden. Weitere Informationen findest du auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft Teneriffas.
Von Chamorga zu den Casas de Tafada
Ich parke meinen Mietwagen auf dem Seitenstreifen am Ortseingang von Chamorga bei der Bushaltestelle. Es ist noch ruhig im abgelegenen Bergdorf, durch das mich der Weg die ersten 300 Meter führt. An einem Wegweiser halte ich mich links Richtung Tafada und befinde mich nun auf dem Wanderweg PR-TF 6.1. Ein sandiger Pfad führt mich bergauf und eröffnet schnell herrliche Ausblicke auf den Norden der kanarischen Insel.
Nach etwa 50 Höhenmeter erreiche ich einen mächtigen Felsen. Vom Roque Pilon habe ich eine fantastische Aussicht auf Chamorga und die umliegenden Erhebungen des Anaga-Gebirges. Im weiteren Verlauf zieht sich der Wanderweg weiter bergauf entlang grüner Kakteen, deren aufgebrochene Feigen den Pfad unter mir pflastern, und vielartiger Pflanzen, die einen grünen Teppich über die Berge legen.
Herrliche Aussichten vom Montaña de Tafada
Nach Erreichen der Ruine Casas de Tafada halte ich mich rechts auf dem Bergkamm und wandere Richtung Montaña de Tafada. Wolken ziehen über den Bergkamm und zaubern eine großartige Stimmung, während ich mich auf dem felsigen Pfad über den Grat kämpfe. Trittsicherheit sollte auf diesem spektakulären Wanderweg vorhanden sein!
Am Ende wird man mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Vor mir erstreckt sich die Bucht des Roque Bermejo und der Leuchtturm Faro de Anaga. Ich stehe an einem der abgelegensten Orte Teneriffas und bin glücklich. Nach einer kurzen Pause wandere ich über den Grat zurück zum ausgeschilderten Wanderweg PR-TF 6.1.
Wandern entlang der Küste bis zum Faro de Anaga
Der Wanderweg führt nun bergab und eröffnet großartige Aussichten auf den Ozean. Vor der Küste von Teneriffa ragen hier zwei mächtige Felsen aus dem Meer. Die El Roque de Fuera bieten eine wunderschöne Kulisse, die mich im nächsten Abschnitt der Wanderung im Anaga-Gebirge stets begleitet.
Meine Wanderung führt mich über die Hänge des Montaña de Tafada bergab Richtung Faro de Anaga, der mir bereits aus der Ferne entgegen schaut. Der Wanderweg ist teilweise sehr rutschig, den es scheint auf dieser Seite Teneriffas viel häufiger zu regnen. Kurz vor dem Leuchtturm erreiche ich eine Abzweigung, ab welcher der Wanderweg unter der Bezeichnung PR-TF 6 weiterverläuft.
Roque Bermejo: ein verträumtes Fischerdorf
Der Faro de Anaga ist nicht öffentlich zugänglich, dafür hat man eine hervorragende Aussicht auf Roque Bermejo. Ein steiniger Wanderweg führt hinab ins Fischerdorf. Auf halber Strecke begegne ich zwei Dorfbewohnern, die im Gras sitzen und den schönen Ausblick auf die Küste Teneriffas genießen. Sie erzählen mir, dass sich nicht viele Touristen in diese Region vom Anaga Park verirren, und empfehlen mir bis zum Strand von Roque Bermejo zu wandern.
Das idyllische Fischerdorf Roque Bermejo wirkt wie verlassen, doch die Gebäude sehen restauriert aus und bilden einen starken Kontrast zu den dunklen Bergen von Anaga im Hintergrund. An der Küste erwartet mich ein schwarzer Strand vulkanischen Ursprungs, wie er typisch ist auf Teneriffa. Ich pausiere und lausche den Klängen des Meeres, ehe ich über einen Rundweg zurück zum PR-TF 6 wandere.
Wanderung durch die Barranco de Roque Bermejo
Der Wanderweg PR-TF 6 schlängelt sich vom Küstendorf über Serpentinen stets bergauf. Allerdings wird der mühsame Aufstieg an den Bergen von Anaga durch herrliche Aussichten auf das Meer kompensiert. Bald befinde ich mich in der Schlucht von Chamorga. Hier ist es grün und lebendig. Schilder warnen die Schlucht bei starkem Regen oder nach vielen Regentagen zu betreten, denn der kleine Bach wird schnell zum reißenden Strom.
Zum ersten Mal kommen mir andere Wanderer entgegen. Tatsächlich ist diese Region die abgelegenste im Anaga-Gebirge. Wer Ruhe und abwechslungsreiche Natur sucht, ist hier genau richtig. Bald erreiche ich wieder Charmorga und esse im einzigen Restaurant im Dorf leckeres lokales Essen. Diese Rundwanderung war ein echter Erfolg und hat mir im Parque Rural de Anaga am besten gefallen.
Wandertour 2: El Bailadero – Las Vueltas – Taganana – Roque de las Animas über PR-TF 3 und PR-TF 8
Abwechslungsreiches Wandererlebnis im Herzen des Märchenwaldes
Meine zweite Wanderung befindet sich im Herzen des Anaga-Parks und startet an der Hochstraße TF-12. Die malerische Wanderung ist rund 11 Kilometer lang und verläuft durch den mystischen Lorbeerwald, durch das idyllische Dorf Taganana und entlang der atemberaubenden Küste Teneriffas. Der Bus bringt dich zurück zum Ausgangspunkt.
Die Route führt über 1000 Höhenmeter bergab, weshalb dich eine besondere Art der Belastung für deine Beine erwartet. Du wanderst hier hauptsächlich auf Waldwegen, die bei Regen rutschig werden und viele Stolperfallen besitzen. Ein Abschnitt verläuft über einen steinigen Pfad bergab und ist prädestiniert zum Umknicken. Vernünftige Wanderschuhe sind Pflicht. Es gibt auf der Wanderung Einkehrmöglichkeiten in Taganana. Vorsicht ist geboten, wenn es viel geregnet hat, denn dann wird der Wald zur Rutschpartie. Ich habe die Wanderroute und alle wichtigen Reiseziele auf der Karte markiert.
- Länge11 km
- Höhenmeter↑ 394 m ↓ 1110 m
- SchwierigkeitMedium
- StartMontes de Anaga Hostel
- WegeWaldwege, Steinpfade, Asphalt
Anreise in den Lorbeerwald Teneriffas
Meine Wanderung startet am Anaga Hostel*, das am Anfang der Höhenstraße TF-123 liegt. Die Fahrt dorthin dauert von La Laguna oder Santa Cruz de Tenerife ungefähr 35 Minuten. Falls du nicht im Hostel übernachtest, ist Las Vueltas ein alternativer Startpunkt, der 5 Kilometer westlich vom Hostel an der TF-12 liegt.
Zusätzlich verkehren Busse der Linie 947 zwischen Santa Cruz de Tenerife und El Bailadero. Die Fahrt dauert allerdings 80 Minuten. Nach Las Vueltas fahren Busse der Linien 76 und 77 von La Laguna. Weitere Informationen findest du auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft Teneriffas.
Durch den Nebel von El Bailadero
Nach einer erholsamen Nacht im Anaga Hostel starte ich meine Wanderung früh morgens auf der Höhenstraße TF-123 Richtung El Bailadero. Nebel zieht über den Asphalt und zaubert eine mystische Atmosphäre zwischen den grünen Bäumen vom Anaga-Gebirge. Ein großartiger Start in meinen Wandertag!
Bald verläuft die Straße auf einem Bergkamm und auf der linken und rechten Seite eröffnen sich Aussichten auf die atemberaubende Landschaft Teneriffas. Am Aussichtspunkt Mirador el Bailadero habe ich einen grandiosen Ausblick auf die Ortschaft Taganana, die raue Küste und die umliegenden Berge von Anaga. Kurz hinter diesem Aussichtspunk befindet sich eine Art Garage auf der rechten Seite. Dort führt ein schmaler Wanderweg erstmals in den Wald. Nicht verpassen!
Der kleine Pfad gibt einen ersten Eindruck vom grünen Lorbeerwald Teneriffas, endet aber bereits nach 400 Metern, um die Straße TF-12 zu überqueren. Auf der linken Seite führt ein Weg erneut in den Wald und verläuft entlang Wiesen, Ackern und einigen rustikalen Farmen. Leider ist dieser Weg nicht besonders ausgebaut und ich muss mich teilweise durch hohe nasse Gräser kämpfen. Eine bessere Alternative ist sicherlich den Umweg über die TF-12 zu gehen!
Erneut erreiche ich einen kleinen Wanderweg auf der rechten Seite der Straße. Vorsicht! Du erkennst ihn daran, dass er von der Hauptstraße aus direkt über eine Art Treppe nach oben führt. Stets bergauf verläuft der Wanderweg durch den wunderschönen Wald, erlaubt aber immer wieder Ausblicke auf die Berge des Anaga-Parks. Ein Aussichtspunkt liegt besonders offen, aber aufgrund des Nebels habe ich hier keine Aussicht. Bald erreiche ich den ausgeschilderten Wanderweg PR-TF 3, der mich schnell auf den Wanderweg PR-TF 8 weiterleitet. Der Start des Märchenwaldes von Teneriffa.
Wanderung durch den Lorbeerwald von Anaga
Der Wanderweg wird schmaler, bizarr geformte Äste der Lorbeerbäume formen eine Decke über mir, und riesige Farne schmücken den Wegesrand. Es scheint als würde ich durch eine fremde Welt wandern. Die Wandertour PR-TF-8 im Anaga-Gebirge überzeugt bereits auf den ersten Metern. Ich hatte nicht erwartet so einen schönen Wald und einzigartige Natur auf den Kanaren zu entdecken.
Über Serpentinen führt mich der Wanderweg immer weiter bergab. Immer tiefer in den Zauberwald von Anaga. Es wird dunkler und dichter, und die Farne werden größer und grüner. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus und mache gefühlt an jeder Ecke ein neues Bild mit meiner Kamera. Ich kann dir nur empfehlen den Lorbeerwald auf deiner Teneriffa-Reise einzuplanen.
Taganana – das Bergdorf am Meer
Nach über 400 Höhenmetern bergab verlasse ich den Lorbeerwald und stelle an einer Lichtung fest, dass sich der Nebel über dem Anaga-Park gelegt hat, denn vor mir liegt das idyllische Bergdorf Taganana in der kanarischen Sonne. Der weitere Wanderweg bis ins Dorf verläuft bergab, teilweise über sehr steinigen Untergrund, und erfordert deshalb Konzentration.
Bis in die 70er Jahre führte keine befestigte Straße nach Taganana. Diese Abgeschiedenheit spürt man noch heute, denn das Dorf ist vom Massentourismus verschont geblieben. Vielen Menschen begegne ich in dem Ort nicht, in dem die typische kanarische Architektur erhalten geblieben ist. Ich wandere durch die schönen Gassen, kaufe Proviant in einem kleinen Supermarkt und esse Mittag in einem der Restaurants (beides auf der Karte markiert).
Die spektakuläre Küste von Teneriffa
Leider führt kein Fußweg von Taganana hinunter zu den Stränden und Buchten von Almáciga. Allerdings entdecke ich einen kleinen Wanderweg auf der rechten Straßenseite gegenüber von einem Restaurant, der mich bergauf entlang der Hänge des Roque de las Animas führt. Vorsicht, der Pfad ist sehr schmal und verläuft ungesichert direkt am Abhang. Wandere hier nicht hinauf, wenn du dich unsicher fühlst! Leider ist der Wanderweg eine Sackgasse, aber hinter dem riesigen Felsen eröffnen sich atemberaubende Aussichten auf die Strände Playa de San Roque, Playa del Roque de las Bodegas und Playa de Almáciga.
Teneriffa hat ein gutes Busliniennetz. Falls du direkt zum Strand möchtest, kannst du einfach den Bus aus Taganana nehmen. Ich bin von der Haltestelle Bajo Roque zurück zu meiner Unterkunft gefahren (Haltestelle El Tunel). Alternativ kannst du den Wanderweg PR-TF-4 einschlagen, der dich wieder auf die Höhen vom Anaga-Gebirge führt (500 Höhenmeter). Zusammenfassend war meine Wanderroute sehr speziell, da sie fast nur bergab verläuft. Der Märchenwald ist ein absolutes Highlight, das du nicht verpassen solltest, aber auch die Küste und das kleine Bergdorf Taganana sind sehr empfehlenswert für deine Reise.
Wenn du dich abseits konkreter Touren weiter inspirieren lassen möchtest, findest du in meiner Sammlung an Outdoorbüchern persönliche Empfehlungen zu Abenteuern, Fernwegen und Naturgeschichten.
Wandertour 3: Weg der Sinne – Sendero de los Sentidos
Naturlehrpfad im Anaga-Park
Meine dritte Wanderung befindet sich beim Besucherzentrum des Anaga-Parks und startet am wohl bekanntesten Aussichtspunkt Mirador Cruz del Carmen. Die malerische Rundwanderung ist nur 1,3 Kilometer lang und verläuft durch den mystischen Lorbeerwald.
Die Route wurde extra für den Massentourismus eingeführt und ist dementsprechend sehr einfach zu bewältigen. Die gut ausgebauten Wanderwege führen durch den Lorbeerwald, der einen guten Eindruck von der Natur Teneriffas gibt, allerdings nicht so beeindruckt wie der Wald im Zentrum von Anaga. Wer die zweite Wanderung absolviert hat, wird sich am Sendero de los Sentidos langweilen. Ich habe die Wanderroute und alle wichtigen Reiseziele auf der Karte markiert.
- Länge1,3 km
- Höhenmeter↑↓ 85 m
- SchwierigkeitLeicht
- StartBesucherzentrum Anaga Park
- WegeWaldweg, Holztreppen
Anreise zum Weg der Sinne des Anaga-Gebirges
Der Rundwanderweg startet direkt am Besucherzentrum des Anaga-Parks, das von La Laguna kommend etwa 10 Minuten vom Anfang der Höhenstraße TF-12 liegt. Kostenlose Parkplätze findest du direkt am Besucherzentrum. Diese sind aber schnell belegt, sodass du früh oder spät kommen solltest.
Zusätzlich verkehren Busse der Linie 76, 77, 273 und 275 zwischen La Laguna und dem Besucherzentrum. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten und kostet circa einen Euro. Weitere Informationen findest du auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft Teneriffas.
Herrliche Aussichten auf den Teide am Cruz del Carmen
Direkt am Parkplatz vom Besucherzentrum befindet sich der Aussichtspunkt Mirador Cruz del Carmen. Von dort hast du bei klarem Wetter einen hervorragenden Ausblick auf den Teide und die atemberaubende Natur der Kanaren. Besonders beeindruckend sind die tiefen Wolken, die sich an den Hängen der Berge stauen und einen weißen Teppich über die Landschaft Teneriffas legen. Dieser Aussichtpunkt im Anaga-Park ist sehr beliebt und dementsprechend immer gut besucht.
Drei Wanderwege zur Auswahl am Sendero de los Sentidos
Es gibt insgesamt drei Wanderrouten mit unterschiedlicher Schwierigkeit und Länge (0,34 km, 0,55 km, 1,3 km). Ich habe mich für den längsten Pfad entschieden. Während der kurzen Wanderung wird man durch Symboltafeln aufgefordert die Natur Teneriffas mit allen Sinnen zu erleben. Wenn du dich darauf einlässt, sicherlich ein großartiges Erlebnis in Anaga.
Naturpfad durch den Märchenwald von Anaga
Skurril geformte Äste der Lorbeerbäume ragen über die gut ausgebauten Wanderwege, die anfangs stets bergab führen. Auf halber Strecke der Wanderung erreiche ich den Aussichtspunkt Mirador del Llano de los Loros. Von dort eröffnet sich eine großartige Aussicht auf die zerklüfteten Gipfel des Anaga-Gebirges und die blaue Küste Teneriffas.
Ich wandere fast denselben Weg bergauf zurück Richtung Besucherzentrum und erfreue mich an den mystischen Lorbeerbäumen, die mich stets begleiten. Zusammenfassend ist der Weg der Sinne im Anaga-Park eine Wanderroute für Jedermann. Dementsprechend voll und touristisch ist es in dieser Gegend. Falls du mehr Ruhe möchtest und du tiefer in den wunderschönen Märchenwald möchtest, empfehle ich zum Beispiel meine zweite Wanderung. Den Aussichtspunkt Cruz del Carmen am Startpunkt der Wanderung solltest du auf deiner Reise in Teneriffa allerdings auf keinen Fall verpassen.
Alternative: Geführte Wanderungen im Anaga-Gebirge
Die vorgestellten Wanderungen im Anaga-Gebirge lassen sich grundsätzlich auf eigene Faust unternehmen. Die Wege sind gut ausgebaut, allerdings ist das Gebiet bekannt für rasch wechselnde Wetterbedingungen. Besonders Nebel kann die Orientierung im Lorbeerwald erschweren.
Wer das Anaga-Gebirge entspannter erkunden möchte oder mehr über die einzigartige Vegetation und Geschichte der Region erfahren will, kann alternativ an einer geführten Wanderung teilnehmen. Lokale Guides passen die Route flexibel an Wetter und Gruppe an und führen zu Aussichtspunkten und Pfaden, die man alleine leicht übersieht.
Hotels und Unterkünfte in Anaga
Für Wanderungen im Parque Rural de Anaga eignen sich Unterkünfte westlich des Gebirges gut als Ausgangspunkt.
Städte wie Santa Cruz de Tenerife oder San Cristóbal de La Laguna bieten eine gute Infrastruktur und kurze Fahrzeiten zu mehreren Startpunkten.
Alternativ sind auch einfache, naturnahe Unterkünfte direkt im Anaga-Gebirge möglich, wenn eine ruhigere Lage bevorzugt wird.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich zu diesen Touren einen klassischen Reiseführer oder Wanderführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für Teneriffa. Besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
Ein unvergessliches Wandererlebnis im Anaga-Gebirge
Das Wandern im Anaga-Gebirge auf Teneriffa ist wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Die atemberaubende Landschaft mit Blick auf das Meer und die imposanten Berge, die reiche Vegetation und die gut markierten, aber herausfordernden Wanderwege bieten eine perfekte Mischung aus Naturgenuss und sportlicher Herausforderung. Ob du ein erfahrener Wanderer bist oder einfach mit der Familie die Schönheit der Natur genießen möchtest – das Anaga-Gebirge hat für jeden Wanderer etwas zu bieten. Für mich persönlich war es ein absolutes Highlight meiner Kanaren-Reise, das ich allen Naturliebhabern und Wanderfreunden nur wärmstens empfehlen kann.
Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht über die Wandermöglichkeiten im Anaga-Gebirge gefallen hat. Auf meinem Reiseblog zeige ich dir weitere schöne Reiseziele auf den Kanarischen Inseln und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reise nach Spanien. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Kanaren-Urlaub.
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