Abenteuer in der Avakas-Schlucht: Wanderung durch eine der spektakulärsten Natursehenswürdigkeiten Zyperns
Die meisten Urlauber zieht es wegen Sonne und Stränden nach Zypern – doch die Insel bietet weit mehr als nur Badeurlaub. Die drittgrößte Mittelmeerinsel überrascht mit einer Vielzahl großartiger Wandermöglichkeiten: spektakuläre Küstenwege entlang schroffer Steilklippen, ruhige Pfade an traumhaften Stränden und aussichtsreiche Bergtouren durch das Troodos-Gebirge. Inzwischen gibt es ein gut ausgebautes Netz beschilderter Wanderwege, die alle nach griechischen Göttern benannt sind.
Ein besonderes Highlight unter den Natursehenswürdigkeiten ist die Avakas-Schlucht im Südwesten der Akamas-Halbinsel. Der gleichnamige Fluss hat hier über Jahrtausende eine enge Klamm geformt – stellenweise nur zwei Meter breit, mit bis zu 30 Meter hohen Felswänden. Bei Regen verwandelt sich der sonst ruhige Avgas-Fluss in einen reißenden Strom. Durch die Schlucht führt ein beeindruckender Wanderweg, den ich dir nicht vorenthalten möchte.
In diesem Blog-Beitrag nehme ich dich mit auf meine persönliche Rundwanderung durch die Avakas-Schlucht – ein unvergessliches Naturerlebnis und echtes Highlight meiner Zypern-Reise. Viel Spaß beim Lesen meines Reiseberichts – schön, dass du hier bist!
Meine Wanderung durch die Avakas-Schlucht in Kürze
Wenn du nachfolgend auf einen Link klickst, gelangst du direkt zum entsprechenden Abschnitt der Route. Diese startet am Parkplatz der Avakas-Schlucht. Der erste Abschnitt der Route gleicht einem botanischen Garten und präsentiert eine Vielzahl an einheimischen Pflanzen. Es folgt die Attraktion der Wanderung: Über 30 Meter hohe Felswände, die eine enge Schlucht formen. Kurz darauf wird die Schlucht zwar deutlich offener, doch die Felsen ragen umso höher in den Himmel. Der letzte Abschnitt der Schlucht ist geprägt von Wald und Felsbrocken, die überstiegen werden müssen. Außerhalb der Avakas Klamm verläuft ein Wanderweg über das Plateau im Hinterland zurück. Am Ende dieser Strecke erwarten dich schöne Aussichtspunkte auf die blaue Küste Zyperns.
Die gesamte Wanderung ist 7,1 Kilometer lang (vom Parkplatz Nr. 3) und ich habe circa 2,5 Stunden benötigt. Eine nennenswerte Steigung besitzt die Route nicht, sodass keine außergewöhnliche Kondition erforderlich ist. Allerdings musst du im Inneren der Schlucht sehr wachsam sein. Steine können in die Schlucht stürzen, die Felsen am Boden sind rutschig und bei Wetterumschwung kann der kleine Bach zu einem reißenden Strom werden. Gehe auf keinen Fall nach starkem Regen oder bei erhöhter Regenwahrscheinlichkeit in die Avakas-Schlucht. Wasserdichte Wanderschuhe sind aber auch bei Trockenheit Pflicht. Die Wege sind steinig, unmarkiert und oft nicht eindeutig erkennbar. Du solltest auf jeden Fall eine GPS-Karte dabeihaben. Es gibt auf der Wanderung keine Einkehrmöglichkeiten oder Trinkwasser, weshalb genug Proviant mitgenommen werden sollte. Ich habe die Route und alle wichtigen Punkte auf der Karte markiert.
Kompakte Infos für deine Reise
Für die Wanderung durch die Avakas-Schlucht eignen sich besonders Frühling (März–Mai) und Herbst (September–November).
In den Sommermonaten kann es sehr heiß werden, im Winter besteht bei Regen erhöhte Gefahr durch Wasserführung in der Schlucht. Bei Niederschlag sollte die Wanderung grundsätzlich nicht unternommen werden.
Für die Rundwanderung durch die Avakas-Schlucht solltest du etwa 3 Stunden einplanen.
Hinzu kommt die An- und Abfahrt zum Ausgangspunkt.
Die Wanderung lässt sich gut mit weiteren Zielen in der Region kombinieren.
Der Ausgangspunkt der Avakas-Schlucht liegt außerhalb größerer Ortschaften.
Die Anreise erfolgt am einfachsten mit dem Auto.
Öffentliche Verkehrsmittel sind für diese Wanderung nur sehr eingeschränkt geeignet.
Je nach Wasserstand kann es zu nassen Passagen kommen.
Wasserfestes Schuhwerk, ausreichend Trinkwasser und Sonnenschutz sind sinnvoll.
Für unübersichtliche Abschnitte außerhalb der Schlucht ist Offline-Navigation empfehlenswert.
Eine allgemeine Übersicht zur benötigten Wanderausrüstung auf Zypern findest du hier.
In der Schlucht ist der Raum begrenzt und das Licht wechselt stark.
Weitwinkel eignen sich gut; durch Wasser und Fels ist ein vorsichtiger Umgang mit Kameraequipment sinnvoll.
- Länge7,1 km (vom Eingang)
- Höhenmeter↑↓ 288 m
- SchwierigkeitMedium
- StartParkplatz Avakas-Schlucht
- Wegeunbefestigt, rutschig, Steinschlag
Anreise & Mobilität auf Zypern
Viele der schönsten Wanderungen auf Zypern liegen abseits größerer Orte. Öffentliche Verkehrsmittel sind in ländlichen Regionen oft unzuverlässig oder zeitlich unpraktisch. Besonders, wenn du mehrere Touren kombinieren möchtest.
Für diese Wanderung ist ein Mietwagen daher die entspannteste Lösung: Du bleibst flexibel, bist nicht an Fahrpläne gebunden und erreichst auch abgelegene Startpunkte problemlos.
Ich selbst nutze auf Zypern bei Wanderungen immer einen Mietwagen.
Den Vergleich und die Buchung erledige ich seit Jahren über Check24* weil ich dort schnell passende Angebote finde und die Abwicklung zuverlässig ist.
Wie du zur Avakas-Schlucht kommst
Anreise mit dem Auto
Ausgangspunkt der Rundwanderung ist einer der drei Parkplätze, die sich auf dem Weg zur Schlucht befinden (siehe Karte). Das Parken ist dort kostenlos. Allerdings ist die Straße ab dem White River Beach nicht mehr asphaltiert. Schlaglöcher und Steine liegen auf der Fahrbahn. Mit einem normalen Auto kommst du hier nur sehr langsam voran. Ich habe damals am Parkplatz Nr. 2 geparkt. Parkplatz Nr. 3, der sich direkt am Eingang befindet, sollte nur mit einem geeigneten Wagen angesteuert werden. Von Paphos bis zur Avakas-Schlucht dauert die Fahrt etwa 30 Minuten.
Mit dem Bus zur Klamm
Die direkte Anreise mit dem Bus ist nicht möglich. Für eine eigenständige Wanderplanung ist der Bus daher nur bedingt geeignet. Aus Paphos fährt zwar Buslinie 616 bis zur Haltestelle Ag Georgiou Pegias 9., doch der Fußweg bis zum Eingang ist drei Kilometer weit. Nähere Informationen findest du auf der Webseite Cyprus by Bus. Gerade bei abgelegenen Startpunkten oder offenen Zeitplänen ist individuelle Mobilität mit Mietwagen deutlich entspannter.
Meine Wanderung durch die Avakas-Schlucht
Tagesausflug zur schönsten Schlucht Zyperns
Ich parke meinen Mietwagen auf dem leeren Parkplatz Nr. 2, ziehe meine Wanderstiefel an und mache mich auf den 500 Meter langen Weg Richtung Eingang. Es ist früh am Morgen, als ich meine Wanderung antrete. Die tiefstehende Sonne strahlt warmes sanftes Licht auf die Berge im Hintergrund. Ein breiter, menschenleerer Wanderweg erwartet mich kurz nach betreten des Avakas Gorge Nature Trail. Heute bin ich wohl der erste, der in die Schlucht wandert.
Überall am Wegesrand wachsen unterschiedliche Bäume, Büsche, Blumen und andere Pflanzen, deren Namen auf kleinen Hinweisschildern zu finden sind. Die ersten 500 Meter gleichen einem botanischen Garten. Generell ist die Gegend um die Avakas Schlucht geprägt von einer großen Pflanzenvielfalt. Hier stehen beispielsweise Kiefern, Feigenbäume, Zypressen oder Wacholderbeeren.
Der Wanderweg wird schmal und schlängelt sich entlang eines kleinen Baches durch Büsche und Bäume. Felsbrocken liegen am Boden und Baumwurzeln durchkreuzen den Weg. Der Abschnitt ist nicht schwierig zu bewältigen, aber dennoch sehr abwechslungsreich und spannend. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken. Ich komme den schroffen Felsen immer näher. Ein letztes Hinweisschild warnt vor herabstürzenden Steinen in der Schlucht.
Die Attraktion der Avakas-Schlucht
Ich stehe vor gigantischen Felswänden, die links und rechts von mir steil in die Höhe ragen. Je weiter ich in die Klamm wandere, desto näher kommen die Felswände. An der engsten Stelle weist die Avakas Schlucht nur eine Breite von 2 Metern auf. Auf dem Boden sammelt sich das Wasser. Der einzige Weg führt hindurch. Meiner Erfahrung nach solltest du hier wasserfeste Schuhe dabeihaben.
Ich taste mich langsam über die nassen, rutschigen Steine nach vorn. Suche Halt, doch greife nur nach nasskaltem Felsen. Diese strahlen eine Kälte und Feuchtigkeit aus, die den gesamten Raum einnehmen. Durch die Felswände herrscht eine Totenstille in der Enge der Avakas-Schlucht. Plötzlich ein lautes Geräusch, das mich fast zu Tode erschreckt und mich zusammenzucken lässt. Bloß der Flügelschlag einer Taube, die aus einem Loch im Felsen direkt neben mir in die Höhe schießt. Im ersten Moment dachte ich, ein Brocken stürzt auf mich hinab. So heftig habe ich mich, glaube ich, noch nie erschrocken. Blöde Taube.
Egal wohin ich schauen, ich blicke nur auf steile, feuchte Felswände. Es wirkt als wäre ich von meiner Außenwelt vollkommen isoliert. Gefangen in der Überlegenheit der Natur. Ein beklemmendes Gefühl macht sich breit. Zum ersten Mal ziehe ich in Erwägung umzukehren, anstatt noch tiefer in die Schlucht zu wandern. Gefühlt befinde ich mich alleingelassen am abgelegensten Ort der Erde. In Wirklichkeit stehe ich allein zwischen 30 Meter hohen Felswänden, weil ich gehofft habe, früh morgens niemand anderen in der Schlucht zu begegnen. Ziel erreicht, also weiter.
Immer tiefer in die Avakas-Schlucht
Die Felswände entfernen sich langsam wieder voneinander und die Schlucht öffnet sich. Dafür ragen die Felsen jetzt viel höher in den Himmel. Ein dumpfes Geräusch. Ziegen laufen an den Hängen und stoßen Steine los, die ungebremst in die Avakas Schlucht rollen. In Deckung! Ein Krähen und Schwirren tönt von oben. Es fliegen hunderte Vögel entlang der Felsen, auf der Suche nach Ihrem Frühstück. Diese Passage eröffnet mir eine hautnahe Szene der Natur am Morgen und lässt mich begeistert zurück. Nichtsdestotrotz muss ich hier auf herabstürzende Steine achten und setze meine Wanderung zügig fort.
Der letzte Abschnitt der Avakas Schlucht
Die Verbreitung der Schlucht setzt sich fort und die Felswände steigen sanfter in die Höhe. Es folgt ein Wanderweg, der wieder durch Büsche führt und den Bach durchquert. Ich muss des Öfteren hohe Felsbrocken erklimmen, um meinen Weg fortsetzen zu können. Oft ist nicht klar, wo ich am besten weiterkomme. Nach einiger Zeit macht die Schlucht einen Rechtsbogen. Von dort aus ist der Wanderweg eher einfach zu bewältigen und nach einem Kilometer erreiche ich den Ausgang der Avakas-Schlucht.
Rundwanderung über das Plateau oberhalb der Avakas Schlucht
Ich steige eine Treppe nach oben und erreiche ein offenes Feld. In der Ferne erstrecken sich die Berge des Hinterlands, vor mir stehen zwei Bänke zur Rast und Kühe grasen auf den Weiden. Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Fortsetzung der Wanderung. Entweder wanderst du denselben Weg zurück durch die Avakas-Schlucht (6 km insgesamt) oder nimmst einen der zwei Wege oberhalb der Klamm. Die erste Route ist sehr lang und führt dich nordwestlich bis zum Lara Strand (16 km insgesamt). Ich entscheide mich für die Alternative südlich entlang der Schlucht zu wandern (7,1 km insgesamt).
Der Wanderweg ist nicht sehr einfach zu finden. Er führt über Weiden und schmalen Pfaden, die sich allerdings oft teilen, bergaufwärts. Meine GPS-Karte hat mir hier sehr weitergeholfen. Du läufst richtig, wenn du denkst, dass du nicht richtig bist. Nach 500 Metern solltest du eine steinige Straße erreichen, die dich rechts weiter bergauf führt.
Gerade auf unmarkierten Wegen wie in der Avakas wird schnell klar, wie wichtig die richtige Ausrüstung auf Zypern ist.
Aussichtspunkte auf die Buchten Zyperns
Die steinige, staubige Straße führt mich schon bald auf ein Plateau, auf dem sich mehrere Ziegenställe befinden. Hier begegne ich freilaufenden Ziegen, die friedlich unter den Bäumen liegen und Schatten suchen. Es folgt ein Abschnitt, der sich bergabwärts durch kleine Bäume schlängelt. Der Weg ist nicht sonderlich spektakulär, dafür wird man aber die ganze Zeit mit einer Aussicht auf das Meer belohnt. Nach 2,5 Kilometern komme ich zurück zum Eingang der Avakas-Schlucht. Mittlerweile ist dieser proppenvoll, den die Avakas Klamm ist ein beliebtes Reiseziel. Weitere Touristen wandern mir vom Parkplatz Nr. 1 und 2 entgegen. Gut, dass ich so früh losgegangen bin. Am Ende springe ich am Toxeftra Strand ins kühle Nass und entspanne danach am Meer.
Alternative Möglichkeiten, die Avakas-Schlucht zu erleben
Die Wanderung ist landschaftlich beeindruckend, erfordert aber Trittsicherheit und passende Bedingungen. Nach Regenfällen kann der Wasserstand steigen, Wege werden rutschig und einzelne Passagen sind schwer einschätzbar.
Wenn du die Region rund um die Avakas-Schlucht entspannter oder unabhängiger vom aktuellen Wetter erkunden möchtest, gibt es geführte Touren, die neben der Schlucht auch weitere Highlights der Akamas-Region einbeziehen.
Hotels und Unterkünfte in der Nähe der Avakas-Schlucht
Für die Wanderung durch die Avakas-Schlucht eignet sich die Region rund um Peyia als praktischer Ausgangspunkt.
Von hier aus lassen sich der Parkplatz und der Schluchteingang gut erreichen.
Unterkünfte finden sich sowohl in Küstennähe als auch im ruhigeren Hinterland.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich zu diese Tour einen klassischen Reiseführer oder Wanderführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für Zypern. Besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
Fazit: Wilde Natur und stille Magie – die Avakas-Schlucht ist ein echtes Highlight
Die Rundwanderung durch die Avakas-Schlucht hat mir ausgesprochen gut gefallen. Wer unberührte Natur und spektakuläre Felsformationen liebt, wird diese Tour genießen. Der Weg durch die enge Klamm ist das eigentliche Highlight: keine nennenswerten Höhenmeter, aber dennoch anspruchsvoll – vor allem wegen der rutschigen Felsen, möglicher Steinschläge und der Gefahr durch plötzlichen Wasseranstieg bei Regen.
Wichtig: Nicht bei Regen oder kurz danach in die Schlucht wandern! Auch herabfallende Steine durch Ziegen an den steilen Hängen sind nicht zu unterschätzen. Wasserdichte Wanderschuhe sind Pflicht. Eine spezielle Wandererfahrung ist nicht notwendig, etwas Respekt vor Höhe und Trittsicherheit aber hilfreich.
Die Rundtour ist 7,1 Kilometer lang und dauert etwa 2 bis 3 Stunden. Wer möchte, kann die Strecke auf ca. 6 Kilometer verkürzen, indem man den Hinweg einfach wieder zurückgeht. Ich war im November unterwegs – bei angenehmen 24 Grad und Sonnenschein. In der Schlucht selbst ist es deutlich kühler und schattiger. Morgens war ich ganz allein unterwegs, doch bei meiner Rückkehr waren die Parkplätze voll. Früh aufzubrechen lohnt sich also!
Für mich war die Avakas-Schlucht ein absolutes Highlight – wild, beeindruckend und unvergesslich.
Die Avakas-Schlucht wirkt intensiv, aber nicht hektisch. Nach der Wanderung bleibt oft noch Zeit, das Erlebte sacken zu lassen. Für genau diese ruhigen Momente sammle ich Bücher, die Reisen reflektieren statt beschreiben, in meinem Reisebücher-Regal.
Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht über die Avakas Schlucht gefallen hat. Auf meinem Zypern-Blog zeige ich dir weitere schöne Reiseziele in Zypern und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reise nach Zypern. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Zypern-Urlaub.
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