Die höchsten Punkte der deutschen Bundesländer liegen oft abseits bekannter Routen. Dieses Projekt zeigt, wie unterschiedlich „Gipfel“ in Deutschland sein können.
Eine Idee, die einfacher klang, als sie war
Die Idee kam mir eher beiläufig. In einem Artikel ging es um die höchsten Punkte der deutschen Bundesländer. Sechzehn Gipfel, sechzehn Regionen, überschaubare Höhen. Mein erster Gedanke war: Das klingt machbar. Vielleicht sogar innerhalb eines Jahres.
Erst als ich mich näher damit beschäftigte, wurde mir klar, dass die eigentliche Herausforderung nicht in der Höhe lag. Die Gipfel sind über ganz Deutschland verteilt, manche liegen nah beieinander, andere mehrere hundert Kilometer auseinander. Was zunächst wie ein reines Wanderprojekt wirkte, wurde schnell zu einer Frage von Zeit, Planung und Prioritäten.
Dazu kam, dass „Gipfel“ nicht gleich „Berg“ bedeutet. Manche höchste Punkte sind markante Erhebungen mit Aussicht, andere unscheinbare Stellen im Wald, im Moor oder am Rand einer Stadt. Genau diese Unterschiede haben mich schließlich gereizt. Nicht die spektakulärsten Berge standen im Mittelpunkt, sondern die Vielfalt der Landschaften und der Wege dorthin.
So wurde aus einer spontanen Idee ein fortlaufendes Projekt. Kein Wettlauf, kein sportliches Ziel, sondern eine Reihe von Wegen, die zusammen ein überraschend facettenreiches Bild von Deutschland ergeben haben.
Nicht die höchsten Berge Deutschlands
Bei diesem Projekt geht es nicht um die höchsten Berge Deutschlands. Namen wie Hochwanner oder Watzmann stehen hier nicht im Mittelpunkt. Stattdessen geht es um die höchsten Punkte der einzelnen Bundesländer.
Jedes Bundesland besitzt einen solchen höchsten Punkt. Manche sind markante Gipfel mit weiter Aussicht, andere liegen unscheinbar im Wald, im Moor oder am Rand einer Stadt. Genau darin liegt der Reiz: Die höchsten Punkte verteilen sich über ganz Deutschland und unterscheiden sich stark in Landschaft, Zugang und Charakter.
Während die höchsten Berge Deutschlands fast ausschließlich im Alpenraum liegen, zeigen die höchsten Punkte der Bundesländer eine viel größere Vielfalt. Höhe allein spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, wo diese Punkte liegen und wie unterschiedlich der Weg dorthin sein kann.
Gerade die weniger bekannten höchsten Punkte eröffnen oft neue Perspektiven auf Regionen, die man sonst kaum mit „Gipfeln“ verbindet.
Was ein Gipfel sein kann – eine Übersicht der höchsten Punkte
Ein „Gipfel“ ist nicht immer ein markanter Berg mit Aussicht und Kreuz. Bei den höchsten Punkten der deutschen Bundesländer reicht die Spannweite von urbanen Grünflächen über bewaldete Hügel bis hin zu hochalpinem Gelände.
Die folgende Übersicht zeigt diese Vielfalt. Sie stellt die höchsten Punkte aller Bundesländer gegenüber und ordnet sie grob nach ihrem Charakter ein – nicht nach Schwierigkeit oder Erlebniswert.
| Bundesland | Höchster Punkt | Höhe | Charakter |
|---|---|---|---|
| Bremen | Friedehorstpark | 32,5 m | Stadtpark |
| Berlin | Großer Müggelberg | 115 m | Wald- und Moorgebiet |
| Hamburg | Hasselbrack | 116 m | Sanfte Hügel, Wald |
| Schleswig-Holstein | Bungsberg | 167 m | Sanfte Hügel, Wald |
| Mecklenburg-Vorpommern | Helpter Berg | 179 m | Wald und Wiesen |
| Brandenburg | Kutschenberg | 201 m | Sanfte Hügel, Wald |
| Saarland | Dollberg | 695 m | Hochwald, Wasserläufe |
| Rheinland-Pfalz | Erbeskopf | 816 m | Hochwald, Moor |
| Nordrhein-Westfalen | Langenberg | 843 m | Wald und Hochheide |
| Hessen | Wasserkuppe | 950 m | Wald und Hochflächen |
| Niedersachsen | Wurmberg | 971 m | Nationalpark mit Infrastruktur |
| Thüringen | Großer Beerberg | 983 m | Wald, Hochmoor |
| Sachsen-Anhalt | Brocken | 1141 m | Nationalpark mit Infrastruktur |
| Sachsen | Fichtelberg | 1215 m | Wald und Hochflächen |
| Baden-Württemberg | Feldberg | 1494 m | Wald und Hochflächen |
| Bayern | Zugspitze | 2962 m | Hochalpin |
| Bundesland | Höchster Punkt | Höhe | Charakter |
|---|---|---|---|
| Bremen | Friedehorstpark | 32,5 m | Stadtpark |
| Berlin | Großer Müggelberg | 115 m | Wald- und Moorgebiet |
| Hamburg | Hasselbrack | 116 m | Sanfte Hügel, Wald |
| Schleswig-Holstein | Bungsberg | 167 m | Sanfte Hügel, Wald |
| Mecklenburg-Vorpommern | Helpter Berg | 179 m | Wald und Wiesen |
| Brandenburg | Kutschenberg | 201 m | Sanfte Hügel, Wald |
| Saarland | Dollberg | 695 m | Hochwald, Wasserläufe |
| Rheinland-Pfalz | Erbeskopf | 816 m | Hochwald, Moor |
| Nordrhein-Westfalen | Langenberg | 843 m | Wald und Hochheide |
| Hessen | Wasserkuppe | 950 m | Wald und Hochflächen |
| Niedersachsen | Wurmberg | 971 m | Nationalpark mit Infrastruktur |
| Thüringen | Großer Beerberg | 983 m | Wald, Hochmoor |
| Sachsen-Anhalt | Brocken | 1141 m | Nationalpark mit Infrastruktur |
| Sachsen | Fichtelberg | 1215 m | Wald und Hochflächen |
| Baden-Württemberg | Feldberg | 1494 m | Wald und Hochflächen |
| Bayern | Zugspitze | 2962 m | Hochalpin |
Aus diesem Thema ist mein erstes Buch entstanden, in dem ich die höchsten Punkte aller 16 deutschen Bundesländer vorgestellt habe – von Stadtparks bis ins Hochalpine.
Von Stadtpark bis Hochalpin
Die Übersicht der höchsten Punkte macht schnell deutlich, wie groß die Spannweite dieses Projekts ist. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Punkt liegen nicht nur viele Höhenmeter, sondern vor allem sehr unterschiedliche Landschaften und Zugänge.
Einige der höchsten Punkte befinden sich in urbanem Umfeld oder am Rand von Städten. Der Weg dorthin führt durch Parks, entlang von Wohngebieten oder über breite Forstwege. Andere liegen abgelegen in Wald- oder Moorlandschaften, fernab klassischer Wanderziele. Hier ist es oft nicht die Höhe, sondern die Stille und Abgeschiedenheit, die den Ort prägen.
Am anderen Ende des Spektrums stehen Touren im Mittelgebirge und im hochalpinen Gelände. Die Wege werden länger, die Anforderungen steigen, die Planung wird wichtiger. Statt kurzer Spaziergänge sind Tages- oder sogar Zweitagestouren notwendig, teils mit Hüttenübernachtung und alpiner Erfahrung.
Was all diese Touren verbindet, ist nicht ihre Schwierigkeit oder ihre Länge, sondern der Perspektivwechsel. Der Begriff „Gipfel“ bekommt je nach Region eine andere Bedeutung. Mal ist er Ziel eines gemütlichen Ausflugs, mal Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung. Gerade diese Unterschiede machen den Reiz aus und zeigen, wie vielfältig Wandern in Deutschland sein kann.
Was mich an diesem Projekt überrascht hat
Überrascht hat mich vor allem, wie wenig die reine Höhe über das Erlebnis aussagt. Einige der niedrigsten Punkte sind mir stärker in Erinnerung geblieben als mancher deutlich höhere Gipfel. Nicht wegen spektakulärer Ausblicke, sondern wegen ihrer Umgebung, ihrer Ruhe oder ihres unerwarteten Kontexts.
Ich hatte außerdem unterschätzt, wie unterschiedlich der Zugang zu diesen höchsten Punkten ist. Manche lassen sich beiläufig erreichen, fast nebenbei im Alltag. Andere erfordern Planung, Zeitfenster, gute Bedingungen und eine realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten. Diese Unterschiede wurden erst sichtbar, als ich die Touren nicht einzeln betrachtete, sondern als zusammenhängendes Projekt.
Ein weiterer Punkt war die Wahrnehmung von „Gipfelgefühl“. Es gibt Orte ohne Kreuz, ohne Aussicht und ohne sichtbaren Höhepunkt, die dennoch etwas Abschließendes haben. Und es gibt markante Gipfel, die trotz Panorama erstaunlich nüchtern wirken. Das hat meinen Blick auf das Wandern verändert. Ziel und Weg lassen sich nicht immer klar trennen.
Was mich an einzelnen Gipfeln besonders überrascht hat
Über das gesamte Projekt hinweg gab es viele kleine Momente, die sich stärker eingeprägt haben als Höhenmeter oder Gipfelmarkierungen.
In Bremen bestand der höchste Punkt lediglich aus einem laminierten Zettel an einem Baum. Ein nüchterner Ort, der dennoch deutlich machte, wie relativ der Begriff „Gipfel“ sein kann.
In Berlin hat mich überrascht, wie viel Natur sich rund um den höchsten Punkt verbirgt. Abseits des Stadtbilds eröffnet sich dort eine Landschaft, die man der Hauptstadt kaum zutraut.
Schleswig-Holstein wirkte deutlich hügeliger als erwartet. Der Fernblick bis zur Ostsee war ein Moment, mit dem ich nicht gerechnet hatte.
In Mecklenburg-Vorpommern war es die Tour selbst, die überraschte. Ruhig, weitläufig und landschaftlich deutlich reizvoller, als es die geringe Höhe vermuten lässt.
In Sachsen-Anhalt stand plötzlich eine alte Lokomotive am Gipfel. Ein unerwartetes Detail, das den Ort unverwechselbar machte.
In Niedersachsen war der Zustand des Waldes im Harz prägend. Die sichtbaren Schäden durch den Borkenkäfer haben dem höchsten Punkt eine ganz eigene, nachdenkliche Stimmung verliehen.
In Nordrhein-Westfalen führte der Weg über einen Therapiepfad für die Sinne. Statt klassischem Gipfelgefühl stand hier das bewusste Wahrnehmen im Vordergrund.
In Hessen hatte ich nicht erwartet, auf ein ausgeprägtes Segelflugparadies zu treffen. Die Weite und Offenheit der Landschaft waren überraschend.
In Rheinland-Pfalz stieß ich auf eine Kunstinstallation am Weg. Ein Ort, an dem Landschaft und Gestaltung unerwartet zusammenkamen.
Im Saarland beeindruckte weniger der Gipfel selbst als der nahegelegene keltische Ringwall, eine der größten Anlagen dieser Art in Europa.
In Bayern war es die enorme touristische Präsenz auf der Zugspitze, die überraschte. Der höchste Punkt Deutschlands ist weniger stiller Gipfel als internationaler Anziehungspunkt.
In Sachsen wurde mir erst vor Ort bewusst, welche Rolle der höchste Punkt als Trainingsstätte für den Wintersport spielt.
In Thüringen schließlich ließ sich der eigentliche höchste Punkt gar nicht betreten. Der Gipfel liegt geschützt im Moor und bleibt dem direkten Erleben entzogen.
Weiterführende Informationen in meinem Buch
Aus diesem Projekt ist im Laufe der Zeit ein zusammenhängendes Buch entstanden. Die höchsten Punkte aller deutschen Bundesländer lassen sich einzeln betrachten, gewinnen aber besonders im Vergleich an Bedeutung.
Wer sich für diese Perspektive interessiert und alle 16 Gipfel in einem Zusammenhang sehen möchte, findet hier weitere Informationen zum Projekt – inklusive Einordnung, Übersicht und vertiefenden Hinweisen:
Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht über die sechszehn höchsten Punkte der deutschen Bundesländer gefallen hat. Auf meinem Deutschland-Blog zeige ich dir weitere schöne Reiseziele in Deutschland und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reisen. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Urlaub.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich einen klassischen Wanderführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für ganz Deutschland. Sie sind besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
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