Die Erawan Wasserfälle: Thailands Dschungelparadies im Nationalpark bei Kanchanaburi
Thailand ist eines der beliebtesten Reiseländer der Welt – vor allem der Süden lockt mit Traumstränden und Inseln. Doch im ruhigeren Norden des Landes zeigt sich Thailand von einer ganz anderen Seite: authentisch, grün und kulturell faszinierend. Hier erwarten dich tropische Berglandschaften, traditionelle Dörfer und zahlreiche Nationalparks. Einer der schönsten ist der Erawan Nationalpark bei Kanchanaburi.
Benannt nach dem mythischen dreiköpfigen Elefanten „Erawan“, bietet der Park dichten Dschungel, wilde Tiere wie Affen und Elefanten, einen riesigen See und beeindruckende Tropfsteinhöhlen. Das absolute Highlight sind jedoch die berühmten Erawan Wasserfälle: sieben türkisfarbene Kaskaden, die sich über mehrere Ebenen durch den Wald schlängeln. In diesem Blog-Beitrag berichte ich dir von meiner persönlichen Erfahrung beim Besuch der Erawan Wasserfälle während meiner Rucksackreise durch Thailand. Schön, dass du hier bist – viel Spaß beim Lesen!
Überblick von den 7 Wasserfällen des Nationalparks Erawan
Am östlichen Rand des Nationalparks Erawan stürzt ein Bach über mehrere imposante Wasserfälle hinab in den großen Fluss Khwae Yai, der auch durch die Stadt Kanchanaburi fließt. Vom Eingang des Nationalparks führt ein etwa 3 Kilometer langer Wanderweg entlang der Wasserfälle bergauf. Insgesamt gibt es 7 verschiedene Level im Erawan Park. Die ersten beiden Wasserfälle sind für jeden leicht zugänglich. Hier gibt es Picknickplätze, Restaurants und jede Menge Bademöglichkeiten. Demensprechend tummeln sich hier hauptsächlich thailändische Familien und machen diesen Bereich des Parks zu einem stark besuchten Reiseziel. Doch je weiter du nach oben wanderst, desto leerer und ruhiger wird es. Nur wenige Leute nehmen den teilweise steilen Pfad zu den restlichen 5 Wasserfällen, obwohl diese den ersten beiden in nichts nachstehen. Eher im Gegenteil. In den türkisblauen Pools vor den Wasserfällen schwimmen kleine Fische, die an deinen Füßen knabbern, und an mehreren Aussichtspunkten hast du eine wundervolle Aussicht auf die umliegende Landschaft Thailands. Aber dazu später mehr.
Kompakte Infos für deine Reise
Der Erawan Nationalpark eignet sich das ganze Jahr, da tropisches Klima herrscht.
Die Hauptsaison (Oktober–Februar) ist meist trocken und angenehm. In der Regenzeit (Mai–September) führen die Wasserfälle am meisten Wasser und wirken besonders spektakulär, gleichzeitig kann es regnerisch sein, was Wege rutschig machen kann.
Für den Besuch der Erawan Wasserfälle kannst du einen Tagesausflug einplanen.
Die Strecke zu den sieben Ebenen beträgt etwa 1,5 km bergauf; viele Besucher bleiben 3–5 Stunden im Park.
Der Nationalpark liegt bei Kanchanaburi, etwa 2 Stunden von Bangkok.
Mit dem Auto bist du am flexibelsten; auch Busse fahren von Kanchanaburi zum Parkeingang.
Der Park verfügt über Parkplätze und einfache Zugänge nahe des Trailheads.
Die Wege sind überwiegend gut angelegt, aber teilweise steil oder rutschig.
Feste Schuhe und ausreichend Wasser sind sinnvoll.
Da viele Wasserbecken zum Schwimmen einladen, empfiehlt sich zusätzlich leichte Bade- bzw. Wechselkleidung sowie Sonnenschutz.
Die Wasserfälle im Erawan-Nationalpark bieten vielseitige Motive aus dichtem Dschungel, Wasserstufen und Becken. Durch hohe Luftfeuchtigkeit und Spritzwasser ist ein geschützter Umgang mit Kameraausrüstung sinnvoll.
Hinweise zur Fotografie unterwegs findest du in der entsprechenden Rubrik des Blogs.
- Öffnungszeiten8:00 - 16:30 Uhr
- Eintrittspreise300 THB (Kind 200 THB)
- Beste ReisezeitOktober bis Januar
Mobilität in Thailand
In Thailand lassen sich viele Orte und Naturattraktionen am einfachsten mit Bussen oder Vans erreichen. Die Verbindungen sind häufig, günstig und deutlich unkomplizierter als das Fahren mit dem eigenen Auto oder Roller.
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Wie du zu den Erawan Wasserfällen kommst
Anreise zum Nationalpark Erawan
Die Anreise zu den Wasserfällen gestaltet sich einfach und läuft über die Stadt Kanchanaburi. Von dort fährt ein öffentlicher Bus (Nummer 8170) vom Busbahnhof zum Eingang des Erawan Parks. Ich empfehle direkt den ersten Bus um 8 Uhr zu nehmen, da die meisten Touristen erst gegen Mittag anreisen. Eine einfache Fahrt dauert circa 2 Stunden. Komm am besten früh, damit du einen Sitzplatz bekommst und nicht mit geneigtem Kopf im Gang stehen musst. In den Bildern siehst du den Busfahrplan und das Innere vom Bus.
Anreise nach Kanchanaburi
Wie bereits erwähnt, empfehle ich eine Anreise über Kanchanaburi. Aus Bangkok fahren regelmäßig Busse und Minivans vom Busbahnhof Sai Tai Mai oder von Mo Chit in die Stadt. Du musst mit circa 150 bis 250 Baht für die circa 3-stündige Fahrt rechnen. Tickets kannst du direkt am Schalter kaufen, aber in der Hochsaison empfehle ich vorab Tickets zu reservieren.
Auto oder Roller in Thailand
Eine Anreise mit Roller oder Auto ist möglich, erfordert jedoch Erfahrung im thailändischen Straßenverkehr und ist nicht für jeden empfehlenswert (Linksverkehr, Chaos, Straßenschäden)
Die Route durch den Erawan Park
Nachdem der Bus vor dem Eingang zum Stehen kommt, steigt ein Ranger in den Bus und verteilt direkt die Tickets für den Eintritt zum Erawan Park (300 Baht für Erwachsene). Am Parkplatz stehen einige Essensstände, an denen ich mir etwas Proviant besorge. Anschließend folge ich dem asphaltierten Wanderweg entlang eines kleinen Flusses und begegne dort hauptsächlich thailändischen Familien. Ein Familienvater, dem ich offensichtlich leidtue, fragt mich, warum ich allein reise. Ob das nicht langweilig sei. Doch seine quengelnden Kinder und lustlos wirkende Frau bestätigen, dass ich mich richtig entschieden habe. Schon bald erreichen wir einen riesigen Bereich mit dem ersten und zweiten Level der Wasserfälle. Besonders der zweite Wasserfall ist imposant. Er trägt den Namen des Nationalparks, da er dreigeteilt ist wie der dreiköpfige Elefant Erawan. Der Bereich bietet sich zum Schwimmen und Relaxen an. Picknickplätze, Restaurants und viele Sitzgelegenheiten befinden sich in unmittelbarer Nähe. An dieser Attraktion versammeln sich hauptsächlich Familien und Touristen, die mit Tour-Anbietern gebracht werden. Früh am Morgen ist es hier noch recht leer, doch auf meinem Rückweg drängelten sich hier die Menschen ans Ufer.
Der schönste Wasserfall von Erawan
Da ich möglichst früh ganz nach oben möchte, um die kleinen Pools für mich allein zu haben, folge ich dem kleinen Pfad Richtung Gipfel. Über eine kleine Brücke geht es hinein in den dichten Dschungel. Schnell erreiche ich das dritte Level, das rechts vom Pfad liegt. Es wirkt wie ein kleines Paradies. Ein imposanter Wasserfall fällt in einen türkisfarbenen Pool, in dem ein Einheimischer badet. Fische schwimmen am Ufer des klaren Wassers und warten auf Futter. Rings um diesen natürlichen Pool ragen Felswände und tropische Pflanzen in den Himmel und verleihen dem Ort eine paradiesische Stimmung. Für mich der schönste Wasserfall im Erawan Park.
Die Fisch-Spas und Aussichtspunkte von Erawan
Der Wanderweg wird steiler und macht einen Bogen durch den dichten Wald, ehe er zurück an das vierte Level des Flusses führt. Hier stürzen die Wassermassen über zwei große Felsen in einen großen Pool mit türkisem Wasser, welcher sich perfekt zum Baden anbietet. Leider besuche ich den Erawan Park im März zu einer Jahreszeit, in der der Fluss nur wenig Wasser führt. Denn normalerweise kann man hier über die zwei Felsen ins kühle Nass rutschen. Ich setze mich also an den Rand, halte meine Füße in das klare Wasser und lasse die kleinen Fische an meinen Füßen knabbern. Ein natürliches Fisch-Spa umsonst.
Eine hölzerne Treppe, dessen Stufen durch Wurzeln und Felsen durchwachsen sind, führt weiter hinauf in die Berge. Der Wanderweg wird rutschiger und schmaler. Festes Schuhwerk ist definitiv zu empfehlen. Ich komme an einen Aussichtspunkt, der einen wunderschönen Blick über die Weiten des Nationalparks Erawan verspricht. In der Ferne zeichnen sich die grünen Berge ab und Wolken hängen tief in den zwischenliegenden Tälern. Ich setze mich, genieße die Aussicht und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Die Geräuschkulisse im Wald gibt bestimmt nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Artenvielfalt, die in den Weiten des vor mir liegenden Dschungels vorherrschen muss. Wie wahrscheinlich ist es, dass ich auf meiner Reise durch Thailand freilebende Elefanten zu Gesicht bekommen werde? Ein Affe, der plötzlich über das Geländer rast und direkt wieder verschwindet, unterbricht meine Gedanken. Ich mache mich wieder auf den Weg.
Die Wasserfälle im oberen Bereich von Erawan
Nach kurzem Marsch bergauf komme ich zum fünften Level des Flusses. Ein weitläufiger Ort erwartet mich, an dem kleine Felsen im Fluss eine Vielzahl von Kaskaden bilden. Da der Wasserstand im März im Nationalpark Erawan sehr niedrig ist, wirkt dieser Bereich sehr kahl. Das Wasser fließt kaum erkennbar über nur wenige Felsen und erweckt nicht unbedingt den Anschein eines Wasserfalls. Bilder im Internet aus anderen Jahreszeiten zeigen allerdings einen wunderschönen Bereich, der definitiv zum Baden und Relaxen einlädt. Ein wenig oberhalb dieses Bereiches entdecke ich dann doch noch einen kleinen idyllischen Platz, an dem das Wasser einen Pool bildet. Erneut eine gute Gelegenheit für ein Fisch-Spa.
Ich begegne nur noch wenigen Menschen. Der Pfad wird anspruchsvoller und der Dschungel dichter. Bald erreiche ich eine Abzweigung zum sechsten Level. Auch dieser Wasserfall ist aufgrund der Trockenheit im Frühjahr nicht sonderlich spektakulär. Nichtsdestotrotz bietet der abgelegene Ort mit seiner grünen Kulisse, dem Plätschern des Wassers und den Lauten der Tiere ein wahres Dschungel-Feeling.
Der höchste Wasserfall im Erawan Park und ein privater Pool
Der letzte Part der Wanderung hat es in sich, denn es geht nochmal gut 100 Höhenmeter bergauf. Ich treffe an diesem Morgen keinen Touristen mehr und wandere aufgeregt zum siebenten Level des Flusses. Mich erwartet ein kleiner Pool, dessen klares Wasser türkis in der Sonne schimmert. Kleine Fische schwimmen aufgeregt am Rand, als sie mich am Ufer sehen. Ich habe zwar keine Badesachen dabei, aber gehe ins einladende Wasser. Sofort nehme ich eine erfrischende Dusche unter dem kalten Wasserfall, der vor einer Höhle über einen Felsen in den Pool fällt. Der Aufstieg hat sich mehr als gelohnt, denn wo hat man schon so eine Dusche ganz für sich allein? Abgesehen von den kleinen Fischen natürlich, die, sobald ich stillhalte, sofort anfangen an mir zu knabbern.
Falls du den Nationalpark Erawan lieber entspannt und ohne eigene Planung besuchen möchtest, kannst du dich auch einer geführten Tour anschließen. Gerade bei begrenzter Zeit oder wenn du dich nicht selbst um Anreise und Organisation kümmern willst, sind Tagesausflüge ab Bangkok oder Kanchanaburi eine praktische Alternative.
Unterkünfte und Hotels im Nationalpark Erawan
Als Ausgangspunkt für einen Besuch der Erawan-Wasserfälle eignet sich die Stadt Kanchanaburi gut.
Dort gibt es eine breite Auswahl an Unterkünften sowie eine gute Anbindung an den Nationalpark.
Alternativ finden sich auch in kleineren Orten rund um den Park Übernachtungsmöglichkeiten.
Reiseführer als Ergänzung
Wenn du zusätzlich zu diesen Wasserfällen einen klassischen Reiseführer nutzen möchtest, können diese Bücher eine gute Ergänzung sein.
Sie bieten Hintergrundinfos und weitere Ideen für Thailand. Besonders hilfreich, wenn du gern offline planst oder stöberst.
Fazit: Die Wasserfälle im Erawan Park – Ein unvergessliches Naturerlebnis
Die Wasserfälle im Erawan Nationalpark sind zweifellos eine Reise wert. Besonders empfehlenswert ist der Besuch direkt nach der Regenzeit, wenn der Fluss viel Wasser führt und die Wasserfälle in ihrer vollen Pracht erstrahlen. In der Trockenzeit sind einige Bereiche weniger eindrucksvoll, dennoch bleibt das Erlebnis unvergesslich. Für einen ruhigen Besuch ohne Touristenmassen empfiehlt es sich, früh morgens anzureisen. Zudem ist es ratsam, direkt zum siebten Level zu wandern, um den idyllischen Pool ganz für sich allein zu haben. Der Aufstieg ist zwar einfach, aber der Weg zum siebten Level ist teilweise recht steil. Solides Schuhwerk ist daher ein Muss.
Das Wasser der Pools ist kristallklar und leuchtend türkis – einladend, um sofort ins Wasser zu springen. Daher solltest du unbedingt Badesachen mitnehmen. Neben den beeindruckenden Wasserfällen trägt auch die Dschungelkulisse zu einem unvergesslichen Erlebnis bei. Der Eintrittspreis ist zwar etwas hoch, doch dennoch lohnenswert. Ich würde definitiv wiederkommen.
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Sehenswürdigkeiten und Attraktionen im Nationalpark Erawan
Im Nationalpark gibt es einige Höhlen mit Stalaktiten und Stalagmiten im Inneren. Die bekannteste ist die Phra That Höhle, die westlich von der Nationalpark-Verwaltung liegt. Außerdem gibt es noch die Ta Duang, die Mi, die Wang Badan und die Rua Höhlen im Park. Die Höhlen sind an manchen Tagen für Besucher geschlossen und für den Besuch wird teilweise ein Ranger benötigt. Am besten fragst du in der Verwaltung nach mehr Informationen.
Nördlich des Nationalparks Erawan liegt der riesige Stausee Sinakharin. Hier erwarten dich wundervolle Aussichten auf das blaue Wasser und eine beeindruckende Staumauer. Außerdem sind hier Aktivitäten auf dem Wasser möglich.
2 Autostunden südlich liegt die Stadt Kanchanaburi, die einige sehenswerte Attraktionen bietet. Besonders schön ist der Khwae Yai Fluss, der durch die Stadt fließt. Über diesen führt die berühmte Brücke am Kwai. Die Thailand-Burma-Eisenbahn, die auch „Todeseisenbahn“ genannt wird, verkehrt hier. Ich bin mit der Bahn von Kanchanaburi zur Endstation Nam Tok gefahren und kann die Fahrt sehr empfehlen.
Ich hoffe, dass dir mein Reisebericht über den Erawan Wasserfall gefallen hat. Weiter unten im Artikel findest du noch mehr Attraktionen in der Nähe vom Nationalpark. Des Weiteren zeige ich dir auf meinem Thailand-Blog weitere schöne Reiseziele in Thailand und teile wertvolle Tipps und Erfahrungen für deine Reise in Thailand. Hat dir mein Blog-Beitrag gefallen? Konnte ich dir helfen? Dann würde ich mich freuen, wenn du meinen Reiseblog weiterempfiehlst, einen Kommentar hinterlässt oder mir auf Instagram folgst. Danke fürs Lesen und viel Spaß im Thailand-Urlaub.
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